Das Leipziger Führungsmodell

Führung neu denken

Führung war stets anspruchsvoll. Das gilt erst recht in Zeiten grundlegenden Wandels, wie wir sie gegenwärtig durch die Globalisierung, die Digitalisierung und die ökologische Bewegung erfahren. Woher bekommt die Führungspersönlichkeit in dieser schnelllebigen Zeit Orientierung zur Bildung eines eigenen kritisch-kreativen Urteils zu komplexen Sachverhalten und Themen, die auch für das große Ganze einen Beitrag leisten? Fragen nach dem Warum und Wozu, dem Was und dem Wie sowie nach der Konsistenz der jeweiligen Antworten darauf gewinnen nicht zuletzt auch mit Blick auf die junge Generation der Führungsnachwuchskräfte einen neuen Stellenwert.

„Mit dem neuen Leipziger Führungsmodell möchten wir Orientierung im Sinne eines Kompasses bieten. Das Modell ist nicht normativ in dem Sinne zu verstehen, dass es Ziele und Werte guter Führung vorschreibt. Vielmehr gibt es Hinweise auf grundlegende, nicht zu vernachlässigende Dimensionen guter Führung, die zunächst eher zu Fragen als zu Antworten führen“, sagt HHL-Rektor Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Das Modell ist entwicklungsorientiert und hat klare Dimensionen (des „warum“, des „wie“ und des „was“), die so gefasst sind, dass sie Führungskräften für die sich schnell wandelnden Umfelder Orientierung geben.

Prämissen

Zu den Prämissen des neuen Führungsmodells zählt zudem ein Menschenbild, das geprägt ist vom Respekt gegenüber der Würde der Mitmenschen und von ihrer Befähigung zur Freiheit und Partizipation. Darüber hinaus agieren Führungskräfte nicht freischwebend, sondern handeln stets im Rahmen einer Organisation als übergeordnete Einheit. Führung in einer Organisation, so eine weitere Grundannahme des Leipziger Führungsmodells, geschieht unter Wettbewerbsbedingungen in der Gesellschaft. Und nicht zuletzt: Gute Führung benötigt realistische Erwartungen und unterstützende Strukturen.

Im Vergleich zum bisherigen stärker systemisch und integrativ orientierten HHL-Managementmodell stellt das HHL-Führungsmodell stärker auf den Einzelnen in der Organisation ab und stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Einerseits vermittelt die aktuelle Diskussion, dass der Mensch künftig stärker durch die selbststeuernde und selbstlernende Maschine abgelöst werden könnte. Andererseits rückt der Mensch – beispielsweise bei E-Commerce-Unternehmen – vom Ende in die Mitte der Wertschöpfungskette. Seine Bedeutung nimmt also zu. Im Gegensatz zu früheren Führungsmodellen sehen wir den Menschen heute zudem sehr unternehmerisch- und innovationsorientiert. Nicht nur eingebunden in einen isoliert betrachteten Prozess-Zyklus sondern in einem permanenten radikalen wie inkrementellen Innovationsprozess. Grund hierfür ist auch, dass sich die Lebenszyklen heute viel stärker noch als früher überlagern.

Dimensionen

Purpose – Unternehmergeist – Verantwortung – Effektivität

Das neue Leipziger Führungsmodell besteht aus den vier Modelldimensionen „Purpose“, „Unternehmergeist“, „Verantwortung“ und „Effektivität“.

Der „Purpose“ hebt die Zweck-Mittel-Relation in der Führungsarbeit hervor, d.h. die Frage nach dem Warum, dem Ziel und Zweck einer Arbeitsaufgabe, aber auch nach der Legitimation eines Geschäftsmodells, eines ganzen Unternehmens und letztlich der marktwirtschaftlichen Grundordnung insgesamt.

Ein Schlüssel für die nachhaltige Entwicklung ist die Erneuerungsfähigkeit von Mensch, Organisation und Gesellschaft oder kurz: dem „Unternehmergeist“. Mit dieser Modelldimension betont das Leipziger Modell die unternehmerisch-orientierte innovative Führung.

„Verantwortung“ ist eine weitere grundlegende Dimension guter Führung, die als Randbedingung der Verfolgung des jeweiligen Purpose Beachtung erfordert. Ein Purpose, der nicht verantwortlich realisiert werden kann, kann deshalb kein Gegenstand guter Führung sein.

Eine unternehmerisch und verantwortlich ausgerichtete Führung von Unternehmen wie auch anderen Institutionen steht vor der Herausforderung, dass Entscheidungen und Handlungen zur Erzielung eines Beitrages zum Großen aufgrund knapper Ressourcen und Wettbewerbsbedingungen wohl überlegt sein müssen. Die Frage stellt sich, was der richtige Weg ist (Effektivität) und wie dann ein ausgewählter Weg beschritten (Effizienz) werden kann, um mit knappen Mitteln und im Wettbewerb ein definiertes Ziel zu erreichen. Die Effektivitätsdimension bildet deshalb eine Kerndimension des Leipziger Führungsmodells. Sie übersetzt verantwortliche und unternehmerische Entscheidungen in zielgerichtete Strategien, Strukturen und Prozesse, damit ein wettbewerbsfähiger Beitrag zum großen Ganzen erreicht wird.

Potentiale und Spannungsfelder

Das Leipziger Führungsmodell regt dazu an, aktiv die Potenziale und Spannungsfelder der zuvor beschriebenen einzelnen Dimensionen zu reflektieren. „Entsprechende Potenziale zu erkennen und zu heben, ist eine wesentliche Voraussetzung für den gelingenden Wertbeitrag und damit letztlich den Unternehmenserfolg. Gute Führung bedeutet demnach auch, Potenziale bei sich selbst, in der Organisation und im gesellschaftlichen Umfeld zu erkennen und gezielt zu realisieren“, so HHL-Rektor Prof. Pinkwart. Aufgrund der hochkomplexen Realität gilt es jedoch außerdem, sich den Herausforderungen zu widmen, die im Zuge der Zielerreichung auftreten können. Dies geschieht durch die Thematisierung typischer Konfliktfelder guter Führung, d.h.

  • Purpose und Verantwortung
  • Verantwortung und Effektivität
  • Effektivität und Unternehmergeist
  • Unternehmergeist und Verantwortung.

Wertbeitrag

Messlatte der Führungsleistung

Führung bedeutet, einen Beitrag zu einem größeren Ganzen zu leisten, den Dritte als sinn- und wertvoll erachten. Im Leipziger Führungsmodell misst sich die Führungsleistung konsequent am Wertbeitrag. Mit der Idee des Wertbeitrages werden hier ganz unterschiedliche „Werte“, wie finanziell-ökonomische, kulturelle, soziale und andere nicht finanzielle Werte adressiert. Ein Wertbeitrag ist demnach ein Beitrag, der sich der Wertschätzung einzelner oder von Organisationen und auch der Gesellschaft in einem Maße erfreut, dass er den Einsatz an Arbeit, Kapital und natürlichen Ressourcen mehr als rechtfertigt

Mit dem Leipzig Führungsmodell sollen aktuelle Fragestellungen der Unternehmensführung einer Lösung zugeführt werden. Der hierfür vorgeschlagene Ansatz ist ganzheitlich, interdisziplinär, gleichsam theoretisch fundiert wie auch praktisch fokussiert, personenorientiert und nur implizit normativ.

Dr. Rainer Esser
DIE ZEIT Verlagsgruppe

Talentierte und erfolgreiche Mitarbeiter mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften sind das Herz eines erfolgreichen Unternehmens. Einig müssen sie in ihrer Leidenschaft sein, sich im Unternehmen einzubringen und es nach vorne zu treiben. Bei der ZEIT haben wir eine vielfältige Mannschaft aus Frauen und Männern, Jungen und Älteren beisammen, und stellen uns mit Freude den neuen Chancen, die der stete Wandel durch Globalisierung und Digitalisierung mit sich bringt. Das neue Leipziger Führungsmodell leistet hierbei wichtige Orientierungshilfe, weil es Theorie und Praxis in dem Bestreben vereint, Führung neu zu denken.

Dr. Johannes Beermann
Deutsche Bundesbank

Das Leipziger Führungsmodell findet fundierte Antworten zur Gestaltung einer wertebasierten Führungskultur. Führung ist kein Selbstzweck, sondern dient der zielgerichteten Erfüllung einer bestimmten Aufgabe. Das Leipziger Führungsmodell erweitert genau dieses Führungsverständnis und ist damit zukunftsweisend.

Dr. Michael Frenzel
TUI AG

Die Führungsprinzipien des Leipziger Modells sind tauglich, auch radikale strukturelle Veränderungen zu managen. Führung unterliegt, wie es das Leipziger Modell treffend beschreibt, ständigem Wandel. Führung braucht Vertrauen, auch das ist Teil des Leipziger Konzepts. Für mich ist hierbei der Schlüssel eine offene und faire Kommunikation der Unternehmensziele und geplanter Veränderungen gegenüber allen Stakeholdern, also Mitarbeitern, Eigentümern und Kunden.

Ulrich Grillo
BDI, Grillo Werke AG

In Zeiten des stetigen Wandels – sei es durch die rasant fortschreitende Digitalisierung, tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen oder immer neue ökologische Herausforderungen – bleibt auch uns Unternehmern keine Zeit, die Dinge einfach abzuwarten. Was uns „Wirtschaft mit Haltung“ für gesellschaftliche Akzeptanz abverlangt, müssen wir auch nach innen demonstrieren. Moderne Führung erfordert Redlichkeit und Verlässlichkeit in unserem Handeln aber auch Aufgeschlossenheit für Neues. Es ist gut zu wissen, dass wir uns mit Ihrer wertvollen Arbeit – dem Leipziger Führungsmodell – auf den Weg gemacht haben, Führung aktiv neu zu denken.

Dr. Margarete Haase
Deutz AG

Spätestens seit der Finanzmarktkrise reift die Erkenntnis, daß Führung Orientierung braucht und Unternehmen langfristig nur erfolgreich sein können, wenn sie eine breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit haben. Das Leipziger Führungsmodell zielt auf diese Akzeptanz durch die Betonung des Beitrags zu einem größeren Ganzen sowohl auf der Unternehmensebene als auch auf der individuellen Ebene und gibt praktikable Antworten auf die Frage nach Good Governance. Dieses Modell war überfällig und hilft uns unser zunehmend kritisiertes System der sozialen Marktwirtschaft zu verteidigen.

Prof. Dr. Iris Hausladen
Heinz Nixdorf-Lehrstuhl für IT-gestützte Logistik

Das Leipziger Führungsmodell bietet einen sowohl integrativen als auch generischen Orientierungsrahmen zur nachhaltigen Gestaltung globaler Wertschöpfungsketten im Zeitalter der digitalen Transformation.

Prof. Dr. Ulrich Lehner
Henkel AG & Co. KGaA

Wir brauchen ein orientierungsfähiges Führungsverständnis. Dazu liegt hier ein umfassendes Konzept vor. Danke!

Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Leisinger
Stiftung Globale Werte Allianz

Das Leipziger Führungsmodell berücksichtigt die neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (…) und fordert „Führung neu zu denken“. (…) Um „neu“ denken zu können und eine neue  Legitimationsbasis für unternehmerisches Handeln aufzubauen, ist ein neues Anforderungsprofil für Führungspersönlichkeiten erforderlich.

Dr. Arend Oetker
Oetker Holding

Als Einzelner persönliche Verantwortung für das individuelle Handeln zu übernehmen und dabei den gesellschaftlichen Kontext mit zu bedenken sind Kernelemente des Leipziger Führungsmodells. Die HHL greift damit das Modell des ehrbaren Kaufmanns auf, der sich neben dem ökonomischen Fortschritt an der Langfristigkeit und dem Gemeinwohlbeitrag seines Agierens orientiert und wendet diese Maßstäbe auf unsere von Digitalisierung, Globalisierung und Klimawandel geprägte Wirklichkeit an, in der wir uns bewusst überlegen müssen, welche Fußstapfen wir für die nächste Generation hinterlassen möchten.

Peter Reitz
Vorstandsvorsitzender der European Energy Exchange AG

Die EEX-Gruppe ist eine international agierende Unternehmensgruppe mit über 400 Mitarbeitern an 15 Standorten weltweit. Um die EEX-Gruppe als Ganzes nachhaltig zum Erfolg zu führen, sind gemeinsame Werte essentiell. Das Leipziger Führungsmodell gibt uns in diesem Zusammenhang hilfreiche Impulse, wie wir unsere Werte in der täglichen Arbeit erfolgreich in zielgerichtete Strategien, Strukturen und Prozesse übersetzen können.

Rolf Schrömgens
Gründer & MD trivago GmbH

In einer Welt, in der sich das Tempo der Veränderung ständig beschleunigt, ist der einzige nachhaltige Wettbewerbsvorteil die Geschwindigkeit des Lernens. Dazu bedarf es allerdings einer neuen Führungskultur wie das Leipziger Modell sie darstellt.

Prof. Dr. Burkhard Schwenker
Roland Berger GmbH

Führung neu denken“, „Licence to operate“ und „verantwortliche Führung“ sind für mich die drei Schlüsselbegriffe, die das neue Leipziger Führungsmodell nicht nur proklamiert, sondern mit dem ernsthaften Bemühen nach dem „warum, was und wie“ guter Führung auch überzeugend begründet. Digitalisierung und ständiger Wandel fordern gute Führung heute massiv heraus – mit diesem neuen Ansatz ist die HHL tatsächlich zu einem Schrittmacher für ein ganzheitliches Führungsverständnis geworden.

Bernd J. Wieczorek
Egon Zehnder International

Das Leipziger Führungsmodell besticht in einer Zeit des dynamischen Wandels und der damit einhergehenden individuellen, unternehmerischen und gesellschaftlichen Verunsicherungen durch den Mut zur modellhaften Einfachheit, ohne inhaltlich trivial zu sein. Das neue Führungsmodell wird somit helfen, das immerwährende Ringen um die jeweils beste Art der Führung deutlich zu verbessern und zu erleichtern.

W.-D. FRH Speck von Sternburg
Sternburg Stiftung

Die HHL Leipzig Graduate School of Management kann auf eine lange Tradition als kaufmännische Hochschule zurückblicken, die bereits meine Lützener Vorfahren mit dem theoretischen Rüstzeug ihrer Profession ausstattete. Mit dem Leipziger Führungsmodell wird nun kommenden Generationen ein zeitgemäßes Konzept effektiven Managements offeriert und ein richtungsweisender Beitrag zur Etablierung einer ganzheitlich orientierten Führungskultur der Zukunft geleistet.

Dr. Heinrich Weiss
SMS-Group; ehem. Präsident BDI

Erfolgreiche Führung an der Spitze einer Organisation setzt neben einer gesunden Intelligenz und Tatkraft vor allem die folgenden Persönlichkeitswerte voraus: Charakterliche Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Interesse an Menschen und Teamfähigkeit. Nochmals Glückwunsch zu dieser umfassenden und hervorragenden Ausarbeitung.

Modellentwicklung

Die HHL hat sich des wichtigen Themas Führung neu denken nicht mit tagesaktuellen Formaten angenommen, sondern über die zurückliegenden fünf Jahre hinweg einen systematisch und nachhaltig angelegten Theorie-Praxis-Dialog mit Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik organisiert. Gemeinsam mit über einhundert Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Politik wurden fünf große Foren zum Thema „Führung neu denken“ veranstaltet und dokumentiert. Im Rahmen der Reihe „Leipzig Leadership Lecture“ haben in den letzten Jahren Vorstandsvorsitzende und Eigentümerunternehmer großer DAX-Unternehmen und Hidden Champions zu aktuellen Führungsthemen an der HHL vorgetragen und mit Professoren und Studierenden diskutiert. Zugleich wurde die Forschung an den Lehrstühlen und Centern der HHL zu Schlüsselthemen wie Vertrauen, Wandel, Nachhaltigkeit und Verantwortung in den letzten Jahren vorangetrieben.

Mit der nun vorliegenden Überleitung dieses Dialogs in ein für Weiterentwicklungen offenes und bewusst dynamisch angelegtes Führungsmodell schafft die HHL die Möglichkeit, diesen Diskurs für die Unternehmenspraxis ebenso wie für die Führungsforschung und ‑lehre verfügbar zu machen und ihn zugleich auch in den eigenen akademischen Programmen ebenso wie in der Executive Education selbst weiter voranzutreiben.

Buchpublikation

Die erste Auflage einer Publikation zum Leipziger Führungsmodell wurde zum HHL-Forum 2016, auf dem das Modell erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, an die Teilnehmer überreicht.
Eine überarbeitete und erweiterte 2. Auflage wurde im März 2017 veröffentlicht. Das Führungsmodell wird sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache präsentiert.

Die gedruckte Ausgabe ist im Buchhandel erhältlich und kostet EUR 34,90.

Auch E-Book-Fassungen sind verfügbar, z.B. als Kindle Edition, oder im EPUB oder PDF-Format auf ebook.de. Das E-Book kostet EUR 19,99.

Kirchgeorg, Manfred; Meynhardt, Timo; Pinkwart, Andreas; Suchanek, Andreas; Zülch, Henning:
Das Leipziger Führungsmodell: the Leipzig Leadership Model.
2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Leipzig: HHL gGmbH, HHL Academic Press, 2017.
ISBN 978-3-9818509-2-5
ISBN 978-3-9818509-3-2 (EPUB)
ISBN 978-3-9818509-4-9 (PDF)

Eine dritte Ausgabe des Leipziger Führungsmodells wird bis Ende 2018 vorbereitet. Es wird zukünftig je eine separate englische und deutsche Ausgabe geben.

Lehre

Was bedeutet eigentlich „Purpose“? Woran erkennt man eine gute Führungskraft? Wo stehe ich selbst? Mit Beginn des Fall Terms 2017 ist die Auseinandersetzung mit dem Leipziger Führungsmodell erstmals expliziter Bestandteil einer gleichnamigen Lehrveranstaltung im Vollzeit-Masterprogramm. Dort lernen die Studierenden gleich zu Beginn ihres Studiums an der HHL die Ideen und Konzepte des Ansatzes kennen und setzen ihn in Beziehung zu anderen Modellen der Führungsforschung. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei neben der Wissensvermittlung auch die kritische Reflexion und kreative Aneignung. Dazu gehört es zum Beispiel auch, in kurzen Erklärvideos das Modell „in Szene“ zu setzen und auf praktische Fälle anzuwenden, um so die Ausprägung einer eigenen Haltung ganzheitlich anzuregen.

Im Fortgang des Studiums wird dann in anderen Lehrveranstaltungen darauf Bezug genommen, sodass das Führungsmodell als Kompass dient, in unterschiedlichen Wissensgebieten immer wieder den Alltagsbezug zur konkreten Führungsarbeit herzustellen. Dies fordert auch die Lehrenden, stets aufs Neue die Relevanz wissenschaftlichen Wissens für die Bewältigung von komplexen Führungssituationen zu herauszuarbeiten. Das Ziel dieser Neuausrichtung der Lehre ist es insgesamt, das Leipziger Führungsmodell zum integralen Bestandteil der Diskussion um „gute Führung“ an der HHL zu machen.

M.Sc.-Seminar zum Leipziger Führungsmodell

Der Kurs bietet sowohl einen fundierten Überblick über Struktur und Dimensionen des Leipziger Führungsmodells als auch Raum für die umfassende Diskussion inhärenter Spannungen und Potentiale. Welche (neuen) Inhalte vermittelt das Modell vor dem Hintergrund früherer Denkmodelle der Leadership-Forschung und -Praxis? Was ist seine innere Logik? Warum stellt das LFM den „Wertbeitrag“ für das Individuum, die Organisation und die Gesellschaft in den Vordergrund? Die Studierenden werden ermutigt, den eigenen Führungsstil zu hinterfragen, persönliche Führungskompetenzen zu erkennen und ein lebendiges Bild ihrer zukünftigen Führungsrolle zu entwickeln. Mit Blick auf die Leitfragen Warum? (Purpose), Was? (Effektivität?) und Wie? (Unternehmergeist) vermittelt der Kurs Führungswissen auf dem aktuellsten Stand und eine Grundlage zur Erweiterung wichtiger Führungskompetenzen in der modernen Unternehmens- und Arbeitswelt.

Im Rahmen des letzten LLM Kurses hatten die Studierenden die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen dem Leipziger Führungsmodell anzunähern und produzierten dazu die folgenden Videos. Eine Jury aus Mitgliedern von allen Lehrstühlen, die an der Entwicklung des LFM beteiligt waren, prämierte die Beiträge.

Leipzig Leadership Model
(Philipp Radomski, Tim Rauch, Lukas Rohsiepe, Maximilian Rudolph, Daniel Kanaan)

What makes a good leader
(Thanh Nguyen, Luis Schaal, Frederick Schiffmann, Benedikt Tostmann)