Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling

Überblick

Förderer

  • Industrie- und Handelskammer zu Leipzig (IHK)

Akademische Gruppe an der HHL

  • Finance, Accounting and Corporate Governance

Lehrstuhlinhaber

  • Prof. Dr. Henning Zülch

Außerplanmäßiger Professor

  • Prof. Dr. Sebastian Hoffmann

Honorarprofessor

  • Prof. Dr. Mark-Ken Erdmann

Wissenschaftliche Mitarbeiter

  • Saskia Erben, Maria Gebhardt, Sébastien Jost, Philipp Ottenstein, Hendrik Pieper,
    Toni Thun

Forschungsschwerpunkte

  • Reporting
  • Investor Relations
  • Capital Markets
  • Sportmanagement

Lehrveranstaltungen (Auswahl)

  • Financial Analysis and Modeling
  • Financial Reporting
  • Integrated Case Study
  • Stakeholder Communication

Netzwerk

  • C.I.R.A. – Circle Investor Relations Austria
  • Deloitte GmbH
  • Ernst & Young GmbH
  • Ernst & Young Stiftung
  • Gesellschaft für kapitalmarktorientierte Rechnungslegung e. V. (GKR)
  • Kirchhoff Consult AG
  • KPMG AG
  • manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
  • ODGERS BERNDTSON Unternehmensberatung GmbH
  • PricewaterhouseCoopers GmbH
  • Rickmers Holding GmbH & Cie. KG
  • Roland Berger Holding GmbH
  • Warth & Klein Grant Thornton AG
  • Wiley / Erich Schmidt Verlag (ESV) / nwb Verlag

Qualität statt Quantität!

Prof. Dr. Henning Zülch
Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling
Profil lesen

Was wir tun

Das Ziel des Lehrstuhls für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling ist es, den HHL-Studierenden profundes und interdisziplinäres Wissen im Bereich der Rechnungslegung, insbesondere auf den Gebieten der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der Finanzkommunikation zu vermitteln. Im Vordergrund steht dabei, bei den Studierenden ein Bewusstsein für Qualität und Professionalität zu entwickeln, um sie auf künftige Führungspositionen vorzubereiten.
Der Lehrstuhl bietet eine Vielzahl von Lehrveranstaltungen an, in denen Wert auf kritisches Denken und das Hinterfragen von gegebenen Sachverhalten gelegt wird. Forschung und Lehre werden in enger Zusammenarbeit mit renommierten Unternehmen und Prüfungsgesellschaften betrieben.
Zur Umsetzung der Lehrstuhlstrategie gründete der Lehrstuhl die Gesellschaft für kapitalmarktorientierte Rechnungslegung e.V. (GKR), die darauf abzielt, die Praxis der Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verknüpfen.

Lehre

Der Lehrstuhl bietet Pflicht- und Wahlpflichtveranstaltungen auf den Gebieten des Rechnungswesens und der Wirtschaftsprüfung an. Studierende der HHL können Rechnungslegung vertiefend wählen und sind dabei flexibel, sich mit Themen zu beschäftigen, die ihrem persönlichen Interesse entsprechen.

Im Mittelpunkt der Lehre stehen die Vermittlung fundierter Kenntnisse über internationale Rechnungslegungsnormen (IFRS), deren Abgrenzung gegenüber den deutschen Standards, sowie die Wertrelevanz der Finanzkommunikation. Unsere Lehrveranstaltungen umfassen und beleuchten die Dimensionen des RIC-Modells – Reporting, Investor Relations und Capital Markets.

Lehrveranstaltungen

  • Cost Accounting
  • Financial Analysis and Communication
  • Financial Analysis and Modeling
  • Financial Reporting
  • Integrated Case Study
  • Stakeholder Communication

Forschung

Die Forschung des Lehrstuhls ist von Fragestellungen im Zusammenhang mit der Bilanzierung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) und der Finanzkommunikation in Bezug auf das RIC-Modell gekennzeichnet. Dabei werden folgende Themen schwerpunktmäßig bearbeitet:

REPORTING

Digitale Kommunikation

Die Digitalisierung ist unbestritten einer der Megatrends in Gesellschaften des 21. Jahrhunderts. Sie übt unter anderem auf die Unternehmenskommunikation einen tiefgreifenden Einfluss aus. In den kommenden Jahren werden Europäische Unternehmen ihre Geschäftsberichte in digitalen Formaten wie XBRL und HTML veröffentlichen müssen. Dies gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 1. Januar 2020 beginnen. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) steht für die Einführung dieser Voraussetzungen, um die Geschäftsberichterstattung hinsichtlich Integrität, Transparenz, Effizienz und Vergleichbarkeit zu verbessern. Diese Kriterien ordnen sich der Zielsetzung unter, die Informationsumgebung auf Europäischen Kapitalmärkten zu stärken. Hendrik Pieper analysiert im Rahmen seines Promotionsvorhabens diesen aktuellen Transformationsprozess der Berichterstattung nach ökonomischen Aspekten.
Für den jährlichen Kapitalmarktwettbewerb Investors‘ Darling untersucht das Team des Lehrstuhls für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling die Investor Relations (IR) Websites der 160 DAX-Unternehmen. In den Analysen stehen die Eckpfeiler der nonverbalen digitalen Kommunikation mit dem Kapitalmarkt im Vordergrund, wie etwa die Darstellung der „Equity Story“, die Investment Highlights und Ad-hoc Mitteilungen. Dazu hat der Lehrstuhl im Jahr 2017 ein Forschungsprojekt zur digitalen Berichterstattung initiiert und kontinuierlich die Best Practices in diesem Bereich untersucht. Die Forschungsergebnisse fundierten zunächst die Entwicklung einer Methode zur Qualitätsbeurteilung der digitalen Berichterstattung und wurden ferner in einem Positionspapier veröffentlicht: Change before you have to – Über die Zukunft der Finanzberichterstattung in einer digitalen Welt, in der Kolumne zu Reporting und IR der Zeitschrift KoR IFRS.

Nichtfinanzielle Berichterstattung

Nachhaltige Investitionen gewinnen zunehmend an ökonomischer Relevanz und politischer Unterstützung. Banken, Analysten und andere Akteure der Finanzwirtschaft gründen ihre Investitionsentscheidungen heute nicht mehr allein auf finanzielle Indikatoren. Verstärkt werden auch Aspekte einer nachhaltigen Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance (ESG)) in den Evaluationsprozess integriert. Folgerichtig erkennen auch Gesetzgeber die Bedeutung der nichtfinanziellen Berichterstattung an, wenn es darum geht, Informationsasymmetrien zwischen Unternehmen und ihren finanziellen Stakeholdern abzubauen und eine nachhaltige Ressourcenallokation zu ermöglichen.
Saskia Erben und Carl Weuster befassen sich als wissenschaftliche Mitarbeiter in diesem Kontext mit diversen Aspekten der nichtfinanziellen Berichterstattung: die Relevanz für den Kapitalmarkt, insbesondere für Investoren und Finanzanalysten, steht dabei im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden der Status Quo der nichtfinanziellen Berichterstattung in deutschen Unternehmen sowie der Zusammenhang von Regulierung und Qualität der Berichterstattung untersucht. Die jüngsten Forschungsergebnisse wurden im Forschungspapier Social Disclosure and the Socially Responsible Investment Process: A Literature Review, auf der Jahreskonferenz der European Accounting Association (EAA) im Frühjahr 2018 präsentiert.

Standard Setting und Enforcement

Der Forschungsbereich “Standard Setting and Enforcement” wird von Professor Sebastian Hoffmann verantwortet, der sich einerseits mit der Entstehung von Rechnungslegungsstandards (Standard Setting) und andererseits mit der regelkonformen Umsetzung dieser Standards durch die Bilanzierer (Enforcement) auseinandersetzt. Fokus der Forschungsprojekte im Bereich Standard Setting ist das historische wie aktuelle Verhalten von Akteuren wie den Standardsettern (wie dem International Accounting Standards Board (IASB)), Unternehmen und Wirtschaftsprüfern auf nationaler sowie internationaler Ebene. Zielsetzung ist es, die institutionelle, organisatorische und prozessuale Komplexität des Standard Settings besser zu verstehen, sowie die Potenziale zu deren Ausnutzung für politische Zwecke zu erkennen.
Forschung zum Enforcement befasst sich mit institutionellen und operativen Fragestellungen bezüglich der korrekten Anwendung von Rechnungslegungsstandards. In aktuellen Projekten werden die Effektivität und Effizienz verschiedener Enforcement-Regimes ausgewertet. Diese Forschungsaktivitäten haben beträchtliche Praxisrelevanz, da sich der Gesetzgeber mit einer substanziellen Anzahl fehlerhafter (geprüfter) Jahresabschlüsse konfrontiert sieht. Diese Erkenntnis hat nicht nur auf die Entscheidungsrelevanz der Berichterstattung für die Berichtsadressaten erhebliche Auswirkungen, sondern auch auf die Stabilität von Finanzmärkten sowie Volkswirtschaften im Allgemeinen.

Strategieberichterstattung

Informationen über die langfristige Planung von Unternehmen und die damit verbundene Berichterstattung liefern wertvolle Einblicke in die Zukunft der Geschäftsmodelle und zeigen die damit assoziierten Chancen und Risiken auf. Für den deutschen Kapitalmarkt stellt DRS 20 ein quasi-legales Rahmenwerk für die Berichterstattung zur Unternehmensstrategie im Lagebericht dar. Zumal Unternehmensstrategien auf ein vertrauliches Informationsgerüst gebaut sind, wägen Manager sorgfältig ab, welche und wie viele strategische Informationen sie veröffentlichen. In der Tat haben Investoren und Finanzanalysten einen erheblichen Bedarf an der Unternehmenskommunikation zur Strategie und deren Grad der Implementierung. Gleichwohl könnte die Offenlegung dieser Informationen auch durch Konkurrenten oder für feindliche Übernahmen ausgenutzt werden.
Bis heute hat uns die einschlägige Forschung wenig Einblicke zur Messung guter Strategieberichterstattung, sowie deren Determinanten und Wertrelevanz verschafft, insbesondere zur freiwilligen Veröffentlichung strategischer Informationen.
In ihrem Promotionsvorhaben, analysiert Sophie Winter die Qualität der freiwilligen Strategieberichterstattung kapitalmarktorientierter deutscher Unternehmen. Zudem werden die Determinanten und Kapitalmarkteffekte ausgewertet, welche mit dieser Berichterstattung in Verbindung zu bringen sind.
Mithilfe eines eigens konzipierten Analyse-Modells wird vom Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling die Strategieberichterstattung kapitalmarktorientieter Unternehmen seit 2014 untersucht. Grundsätzlich ist hervorzuheben, dass die Startegieberichterstattung der betrachteten Unternehmen defizitär ausgestaltet ist und viel Potential zur Verbesserung bietet.
Einige Forschungsergebnisse hierzu wurden bereits in der Zeitschrift KoR IFRS veröffentlicht:
Zülch, H./Winter, S. (2018): What‘s next? – Status Quo der Strategieberichterstattung von HDAX-Unternehmen, in: Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung 2018, S. 416-417.
Zülch, H./Winter, S. (2017): Everything except strategy – Wege zu einer effektiven Strategieberichterstattung, in: Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung 2017, S. 426-433.

INVESTOR RELATIONS

Ganzheitliche Finanzkommunikation

Mehr als Finanzberichterstattung – Forschung im Bereich Finanzkommunikation am Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling bedeutet qualitative und quantitative Einblicke in Reporting und Aktivitäten der Investor Relations (IR). Entlang des RIC-Modells (Reporting, Investor Relations und Capital Markets) verfolgt der Lehrstuhl die Zusammenhänge der Finanzkommunikation mit den Entwicklungen an Eigenkapitalmärkten, ausgesprochen durch Investoren und Finanzanalysten.
In seinem Promotionsvorhaben untersucht Philipp Ottenstein die Determinanten und Kapitalmarktrelevanz von Finanzinformationen, welche durch die Unternehmensberichterstattung und IR-Funktionen veröffentlicht werden. In diesem Zusammenhang wird schwerpunktmäßig die Informationsgrundlage für Analystenprognosen durch Kennzahlen des Rechnungswesens zum Zeitpunkt der Prognoseerstellung analysiert.

CAPITAL MARKETS

Mergers & Acquisitions

Mergers & Acquisitions (M&A) sind hochgradig relevante Strategien für anorganisches Unternehmenswachstum – insbesondere in gesättigten Märkten und umkämpften Branchen. Nach einem abrupten Ende infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2009 beobachten Experten jüngst einen erneuten Anstieg der M&A-Aktivitäten seit 2014. Doch die ökonomischen Vorteile aus Sicht der Erwerber in dieser „siebten M&A-Welle“ sind umstritten: trotz einer stets wachsenden Verknüpfung der Transaktionsberatung durch das Investment Banking und das Consulting zeigen zahlreiche empirische Studien, dass die Mehrzahl der M&A-Transaktionen aus finanziellen Gesichtspunkten nicht erfolgreich ist.
Sébastien Jost untersucht im Rahmen seines Promotionsvorhabens die Determinanten des finanziellen Erfolgs von M&A-Transaktionen und die zentrale Rolle des „Due Diligence“-Prozesses.

RIC-Studie: Corona als dominierendes Reporting-Thema

Im Schnitt 95 Mal beziehen sich die DAX30-Unternehmen in ihren Halbjahresberichten 2020 auf den Coronavirus. Schlüsselbegriffe wie „Corona“, „Covid“, „Pandemie“ oder „Lockdown“ fallen auf jeder Seite durchschnittlich 1,7 Mal. Das zeigt eine heute erschienene Studie der HHL Leipzig Graduate School of Management (Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling) und der Wiener Reporting-Agentur nexxar. „Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung von Unternehmen sind aktuell das dominierende Reporting-Thema“, sagt Prof. Dr. Henning Zülch von der HHL.

Infografik: Corona-Nennungen in den Halbjahresberichten der DAX-30-Unternehmen

Die Studie zeigt aber auch, dass die Konzerne im deutschen Leitindex das Thema durchaus unterschiedlich gewichten. So ist die Pandemie in den Halbjahresberichten von Deutsche Bank AG und Volkswagen AG mit je über 200 sprachlichen Verweisen am präsentesten. Dagegen finden sich im Halbjahresbericht von Deutsche Wohnen SE gerade einmal 12 Verweise auf rund 50 Seiten. „Die inhaltliche Präsenz von Corona hängt offenbar auch davon ab, wie sehr die jeweiligen Unternehmen von der Pandemie betroffen sind und wie stark sich Umwelt und Geschäftsmodell verändert haben“, sagt Dr. Eloy Barrantes, Geschäftsführer von nexxar. So gibt etwa der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen SE in seinem Halbjahresbericht 2020 an, dass die Folgen der Corona-Pandemie bisher kaum wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gehabt hätten. Auch das Geschäftsmodell blieb hier im Kern unverändert. Ein interessanter Einblick wird ebenso durch die verschiedenen sprachlichen Variationen gewährt. Das – eher abstrakte – Phänomen „Pandemie“ (34,0 Nennungen pro Bericht) oder auch der Begriff „Covid“ (31,1 Nennungen pro Bericht) werden um ein Vielfaches häufiger genannt als die konkreten Einschränkungen durch den „Lockdown“, mit durchschnittlich lediglich 2,9 Nennungen pro Bericht. „Für Unternehmen gilt es, im Tagesgeschäft mit konkreten Chancen und Risiken durch die Pandemie umzugehen, wie sie sich etwa durch die Lockdowns in zahlreichen Ländern ergeben haben. Dies muss sich auch in einer klaren externen Kommunikation widerspiegeln“, sagt Zülch.

Unternehmen genießen Vertrauensvorschuss

Die Finanzkommunikation in Sachen Corona wird von den meisten DAX30-Unternehmen bislang offenbar gut gehandhabt. Dies zeigt eine Perception-Studie die zwischen Ende April und Juni 2020 von der HHL Leipzig gemeinsam mit dem manager magazin durchgeführt wurde. „Noch ist der Kapitalmarkt mit der Berichterstattung zu den Auswirkungen der Pandemie zufrieden. Die Unternehmen in DAX, MDAX und auch SDAX genießen einen Vertrauensvorschuss, der spätestens mit den Geschäftsberichten eingelöst werden muss.“, so Professor Zülch. „In den meisten Fällen beschreiben die DAX-Unternehmen die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung umfassend und quantifizieren sie sogar. Allerdings wird nur selten etwa auf pandemiebedingte Kurskorrekturen bei der Strategie, nicht-finanzielle Aspekte oder Implikationen auf das Geschäftsmodell eingegangen.“

Geschäftsbericht muss Klarheit schaffen

Nach Ansicht der Studienautoren sind hier die im Frühjahr 2021 erscheinenden Geschäftsberichte gefordert. Im Jahresbericht werden die Auswirkungen der Pandemie im Geschäftsjahr 2020 erstmals umfassend beschrieben. Nicht nur in finanzieller, sondern auch in nicht-finanzieller Hinsicht müssen Unternehmen dabei viele Fragen beantworten: Welche Auswirkungen hatte Corona auf die Mitarbeiter? Wurden Investitionen zurückgehalten? Welche Risiken ergeben sich aus einem erneuten Lockdown? Welche wirtschaftlichen Szenarien gibt es für die Zukunft?

Gerade in unsichereren Zeiten neigen Unternehmen dabei erfahrungsgemäß zur Intransparenz, beispielsweise indem sie auf quantitative Prognosen und konkrete Ziele verzichten. „Transparenz ist aber Trumpf“, sagt Zülch: „Wenn Unternehmen die Folgen von Corona in klare Worte fassen können und daraus nachvollziehbare Schlüsse ziehen, werden sie in der Regel langfristig vom Kapitalmarkt belohnt.“

Kontakt: Prof. Dr. Henning Zülch (henning.zuelch@hhl.de)

SPORTS MANAGEMENT

Start der Bundesliga-Saison 2020/21

Mit dem Start der Bundesliga-Saison 2020/21 sind zahlreiche Hoffnungen verbunden. Seitens der Fans wird der Wunsch nach Normalität immer lauter. Die Klubs ihrerseits sind bestrebt, mittels Zuschauern in einen „Wettbewerbsmodus“ überzugehen und weg von anonymen und wenig motivierenden Geisterspielen zu kommen. Zugleich sind die Zuschauereinnahmen, das sog. Ticketing, ein nicht zu unterschätzender Umsatzbestand-teil in den Gewinn- und Verlustrechnungen der Profiklubs. Mit Zuschauern lässt sich aber nicht nur finanziell punkten, sondern auch sportlich. Ist dies wirklich so und was bedeutet dies für die Bundesliga-Saison 2020/21?

Football Fact Sheet: Die Bedeutung der Zuschauer für die Bundesliga: Sind die finanziellen Einbußen der Klubs der 1. Fußball-Bundesliga der Auslöser für die Öffnung der Stadien im Herbst 2020? Eine Analyse der HHL Leipzig Graduate School of Management 

FoMa Q-Score

Das Management von Fußballclubs ist in den letzten Jahren sehr viel komplexer geworden, da sie sich zu Fussballunternehmen entwickelt haben und eine wachsende Zahl von Interessengruppen in die Branche eingetreten ist. Die Fähigkeit der Vereine, mit dieser gestiegenen Komplexität umzugehen, variiert jedoch, wodurch die Qualität des Managements zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil(nachteil) wird. Diese Neuauflage des FoMa Q-Score-Rankings baut auf dem von ZÜLCH & PALME 2017 aufgestellten Rahmen auf, der die Managementqualität umfassend entlang vier Dimensionen bewertet, nämlich sportlicher Erfolg, finanzielle Leistung, Maximierung des Fanwohls sowie Leadership & Governance, um eine Längs- und Querschnittsanalyse der deutschen und französischen Profifußballclubs durchzuführen. Diese mit messbaren Key Performance Indicators (KPIs) gefüllten Dimensionen sollen die relevanten Erfolgsfaktoren objektiv quantifizieren. Letztlich zeigt die Leistung in allen Dimensionen, die als FoMa-Q-Score bezeichnet wird, die Managementqualität eines Vereins an. Fußballmanager können unsere Erkenntnisse nutzen und daraus konkrete Maßnahmen ableiten, um die Aufstellung ihres Vereins zu benchmarken, um Boden gut zu machen oder ihre Wettbewerbsposition zu verteidigen.
Wir bedanken uns für die wertvollen und konstruktiven Kommentare unserer Interviewpartner, allesamt hochrangige Vertreter namhafter deutscher Fußballvereine (Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, FC Bayern München, Hamburger SV und RB Leipzig), Medienvertreter (11 Freunde, FINANCE), sowie externe Stakeholder (Gruppe Lagardère, Puma, Odgers Berndtson) und der Mitglieder der Strategic Interest Group Sportmanagement (SIG) der Konferenz der European Academy of Management, auf der dieses Papier im Juni 2019 vorgestellt wurde.

HHL Working Paper: Management Quality of Professional Football Clubs The Football Management (FoMa) Q-Score 2019

Kontakt: Prof. Dr. Henning Zülch (henning.zuelch@hhl.de)

Ist die 50+1-Regel noch zeitgemäß?
Ein Meinungsbild zur umstrittenen Regelung im deutschen Profifußball

Der deutsche Fußball hat in aller Welt eine Vorbildfunktion. Nicht nur der Erfolg der Nationalmannschaft, welcher sich mittlerweile in vier Weltmeistertiteln manifestiert hat, ist Teil dieser Erfolgsgeschichte. Gerade der Umgang mit seiner wichtigsten Stakeholdergruppe, den Fans, ist einzigartig. So ist das Fanwohl eines der höchsten Güter, welche die Marke Bundesliga weltweit ausmacht. Indes sind die aktuellen Entwicklungen gerade im europäischen Fußball besorgniserregend. Wer die hohen Ablösesummen nicht mitgehen kann, wird wohl langfristig nicht wettbewerbsfähig sein, so dass der Ruf nach einer Öffnung der Bundesliga für strategische Investoren immer lauter wird – auch oder gerade während der Corona-Krise. Aber wie passt dies zusammen: Fanwohl und strategische Investoren? Eine Balance schaffte und schafft immer noch die sog. 50+1-Regelung im deutschen Fußball. Der vorliegende Beitrag nähert sich der aufgeworfenen Fragestellung, indem erstmalig ein Meinungsbild zum deutschen Sonderweg der 50+1-Regelung gezeichnet wird. Basierend auf diesem Meinungsbild und vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen werden Handlungsempfehlungen erarbeitet, welche Teil der künftig zu führenden Diskussion um die 50+1-Regelung in Deutschland sein können.

HHL Working Paper: Ist die 50+1-Regel noch zeitgemäß? Ein Meinungsbild zur umstrittenen Regelung im deutschen Profifußball

Sportmanagement-Studie: The German Bundesliga Clubs and Their Future

Liebe Leserinnen und Leser,

Das Coronavirus hat die Welt geschockt, unsere Gesundheit und unser soziales Leben beeinträchtigt. Nicht zuletzt sind auch die Auswirkungen auf die Wirtschaft dramatisch. Selbst für die besten Fussballligen hat der effektive Lockdown in vielen europäischen Ländern die Geschäftsaussichten erschüttert. Die Entscheidung, die Liga zu stoppen, hat die Zukunft der 1. und 2. Bundesliga eingetrübt. Die vorliegende Studie will daher einen Beitrag zu der Frage leisten, wie robust die deutschen Bundesligavereine sind – sowohl in finanzieller als auch aus Management-Sicht.

Wir geben Ihnen hier einen Überblick, der Leserinnen und Lesern helfen soll, diese Studie, die den Stand der Informationen vom 14. Mai 2020 widerspiegelt, “wie man sie liest”, zu verstehen.

Zum einen verstehen wir unsere Studie als Anregung zur Diskussion, um schlussendlich den deutschen Fußball auf seinem Weg zur Weltspitze zu unterstützen.

Wir möchten unseren Beitrag mit praktischen Empfehlungen leisten.

Bei unserer Recherche wurde zunächst den Markt eines deutschen Profifußballvereins betrachtet und die deutsche Bundesliga mit den anderen europäischen Spitzenligen verglichen.

Im nächsten Schritt wurden die finanzielle Situation aller Vereine analysiert, um zu verstehen, mit welchen Herausforderungen die Vereine derzeit konfrontiert sind. Besonderes Augenmerk liegen dabei auf den Indikatoren der finanziellen Liquidität und Solvenz, da diese kritische Faktoren der finanziellen Robustheit sind.

Wir sind jedoch der Meinung, dass es nicht ausreicht, die zukünftige Robustheit des Clubs allein auf einer finanziellen Basis zu begründen. Deshalb wurden drei zusätzliche Dimensionen betrachtet, speziell die Qualität des Managements, die Entwicklung von Spielertalenten und natürlich der sportliche Erfolg. Auf diese Weise wurde ein differenziertes Scoring-Modell entwickelt, das all diese Dimensionen berücksichtigt und für jeden Klub zu einer Gesamtbewertung der Robustheit führt. Um die Ergebnisse aller Vereine relativ vergleichen zu können, stellen wir die Ergebnisse in einer Rangliste dar, wie sie den Fussballfans vertraut ist.

Das unserer Studie zugrundeliegende Punktesystem basiert auf öffentlich zugänglichen Daten, die hauptsächlich aus den Jahresberichten der Fussballklubs bestehen. Darüber hinaus wurde jedem Klub die Möglichkeit gegeben, an der vorliegenden Studie teilzunehmen und uns mit den neuesten Daten zu versorgen, indem wir per E-Mail um Unterstützung baten, die alle Klubs zweimal erhielten. 9 Klubs nutzten die Gelegenheit und unterstützten uns mit persönlichen Interviews und zusätzlichen Daten.

Wir hoffen, dass diese Studie als Einladung verstanden wird, die Robustheit des deutschen Fussballs zu diskutieren. Wir würden uns freuen, wenn unsere Empfehlungen die Entscheidungsträger unterstützen würden. Wir wünschen Ihnen viele neue Erkenntnisse beim Lesen unserer Studie!

Executive Summary: The German Bundesliga Clubs and Their Future  (in Englisch)

Der umfangreiche Foliensatz mit allen Ergebnissen des Forschungsprojekts ist auf Anfrage erhältlich. Bitte kontaktieren Sie dazu: Prof. Dr. Henning Zülch (henning.zuelch@hhl.de).

Sie interessieren sich für ein Doktorarbeitsthema? Bitte lesen Sie die Liste möglicher Forschungsthemen an unserem Lehrstuhl.

Center for Financial Reporting & Consolidation (CFRC)

Das Center for Financial Reporting & Consolidation (CFRC) ist dem Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling zugeordnet. Es hat seine Arbeit im Juli 2009 aufgenommen. Ziel des CFRC ist es, Unternehmen, Investoren, Banken und Analysten durch exzellente Forschung und Beratung bei Themen der internationalen Rechnungslegung (IFRS) und der Bewertung zu unterstützen. Dies erfolgt durch das Zusammenführen von Experten aus Wissenschaft und Praxis in den Bereichen IFRS Reporting, Konsolidierung sowie Bewertung. Die Aktivitäten des CFRC umfassen damit insbesondere wissenschaftliche Studien sowie gutachterliche Tätigkeiten zu aktuellen Fragestellungen der internationalen Rechnungslegung und Konsolidierung.

Forschungsthemen

Die Forschungsschwerpunkte des Center for Financial Reporting and Consolidation (CFRC) umfassen das Gebiet der Rechnungslegung nach IFRS, Konsolidierungsthemen, Fragestellungen zu Bewertungsthemen sowie aktuelle Problemstellungen aus der Praxis. Hierbei zeichnet sich die Forschung des CFRC neben wissenschaftlicher Exzellenz insbesondere durch einen hohen Praxisbezug aus. Neben aktuellen Themen aus den Gebieten Internationale Rechnungslegung, Konsolidierung und Bewertung sind insbesondere die nachfolgenden Felder Forschungsschwerpunkte des CFRC:

  • Bilanzielle Abbildung von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3
  • Wertminderung von Vermögenswerten nach IAS 36
  • Messung der Unternehmensperformance
  • Unternehmensbewertung (in Zusammenarbeit mit dem Center for Corporate Transactions and Private Equity der HHL)

Beratung

Financial Reporting, Konsolidierung und Bewertung nach IFRS sind ein komplexes Themenfeld, das ein hohes Maß an Fachwissen erfordert. Durch das hohe Tempo, mit dem das International Accounting Standards Board (IASB) weitere Standards veröffentlicht bzw. bestehende Standards überarbeitet, nehmen die Herausforderungen weiter zu. Der Zweck des Center for Financial Reporting and Consolidation (CFRC) ist es, das Engagement der HHL im Hinblick auf aktuelle Fragestellungen in diesen anspruchsvollen Bereichen zu unterstreichen. Die Beratungsleistungen, die das CFRC in diesem Zusammenhang bietet, zeichnen sich durch ein hohes Maß an wissenschaftlicher Expertise in den Bereichen Financial Reporting, Konsolidierung sowie Bewertung aus.
Einen wesentlichen Anteil an den Lösungsansätzen des CFRC haben die Beiträge von erfahrenen Praktikern aus dem Bereich der Konsolidierung und Bewertung, die den Beratungsansatz abrunden.

 Team

  • Prof. Dr. Henning Zülch (Akademischer Direktor)
  • Prof. Dr. Bernhard Schwetzler (Akademischer Direktor)
  • Prof. Dr. Mark-Ken Erdmann (Mitglied des fachlichen Beirats)
  • Dr. Johannes Wirth (Mitglied des fachlichen Beirats)

Wir freuen uns von Ihnen zu hören. Sie erreichen uns unter:
Tel. +49-341-9851-701
HHL Leipzig Graduate School of Management, Jahnallee 59, 04109 Leipzig, Deutschland

Wissenstransfer

Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung und Controlling sind betriebswirtschaftliche Disziplinen, welche in hohem Maße mit der Unternehmenspraxis interagieren. Einerseits bilden Unternehmen neue Praktiken, Instrumente und Verfahren aus, die der wissenschaftlichen Analyse bedürfen, andererseits sind Unternehmen auf aktuelle, theoriebasierte Erkenntnisse angewiesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Lehrstuhl legt daher besonderen Wert auf den wechselseitigen Wissenstransfer mit der Praxis. Im Rahmen von Seminaren in Unternehmen, der Einbindung von Praktikern in Vorlesungen, der Durchführung von Praxisprojekten und der aktiven Mitwirkung in diversen Vereinen trägt der Lehrstuhl seine Erfahrungen und Forschungsergebnisse in die Unternehmenspraxis und nimmt von dieser zugleich wertvolle Anregungen für künftige Forschungsarbeiten auf.

Gesellschaft für kapitalmarktorientierte Rechnungslegung e.V. (GKR)

Die Gesellschaft für kapitalmarktorientierte Rechnungslegung e.V. (GKR) setzt sich mit hochaktuellen Themen aus Rechnungslegung und Prüfung auseinander. Die Diskussion zwischen Theorie und Praxis wird angeregt und vertieft – und dies weit über die Grenzen Leipzigs hinaus. Die GKR greift hierbei auf die theoretische Expertise des Lehrstuhls Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling von Prof. Dr. Henning Zülch und den praktischen Erfahrungsschatz zahlreicher Industrieunternehmen und Beratungshäuser zurück. Gleichzeitig unterstützen starke Medienpartner die Ziele des Vereins.
Die Tätigkeiten der GKR lassen sich prägnant in drei Worten charakterisieren: Aktualität, Flexibilität und Exzellenz. So thematisiert die GKR aktuelle Entwicklungen im Bereich Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung aber auch Corporate Governance für ihre stetige Diskussion. Flexibel wird auf die Wünsche der Mitglieder in der Wahl der Themen sowie Referenten eingegangen. Die von der GKR eingeladenen Referenten verfügen zudem allesamt über einen exzellenten Ruf in Theorie und Praxis.

 

Studentische Beratungsprojekte

  • Konsumgenossenschaft Leipzig eG:
    Identifikation, Bewertung, Dokumentation und (Re-) Design von Kerngeschäftsprozessen in der Abteilung Finanzen (2017)
  • Konsumgenossenschaft Leipzig eG:
    Neuausrichtung des Lieferservices der Konsumgenossenschaft Leipzig eG
    Projekt “Horizon” (2016)
  • SV Sparkassenversicherung Holding AG:
    Überprüfung und Weiterentwicklung des Geschäftsmodells der SV Sparkassen Versicherung (2015)
  • Christian Schmitz: How to reduce health care expenses: generating a business model for a start-up company specializing in pharmaceutical compounding of high-cost biological drugs (2014)
  • Experic GmbH:
    Expansionsstrategie Schweiz (2014)
  • Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH:
    Preparing an Excel model for the valuation of subsidiaries compliant with HGB and IFRS regulations HHL (2013)
  • Apologistics GmbH:
    apo-discounter.de – Analyse des Kundenverhaltens beim Bestellprozess (2012)

Publikationen