Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik
des E-Business

Überblick

Förderer

  • Deutsche Bundesbank
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Lehrstuhlinhaber

  • Prof. Pierfrancesco La Mura, Ph.D.

Außerplanmäßiger Professor

  • Prof. Dr. André Casajus

Gastdozent

  • Dr. Łukasz Świątczak

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

  • Nataliya Demyanenko

Lehrveranstaltungen (Auswahl)

  • Economic Analysis and Policy
  • Managerial Decision Making
  • Managerial Economics
  • Seminar in Economics

Forschungsschwerpunkte

  • Marktdesign und Regulierung
  • Grundlagen der Spiel-  und Entscheidungstheorie
  • Informationstheorie

Netzwerk

  • New York University, Stern School of Business, USA: Prof. Adam Brandenburger, Ph.D.
  • Complutense University of Madrid, Spanien: Giannicola Scarpa, Ph.D.
  • Waseda University, Tokyo, Japan: Koji Yokote, Ph.D
  • Technische Universität Dortmund: Dr. Michael Kramm
  • SKK GSB Sungkyunkwan University, Seoul, South Korea: Dr. Frank Huettner

Was wir tun

Forschung und Lehrangebot des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik des E-Business liegen an der Schnittstelle von Informationen und Entscheidungen im Wirtschaftsleben.
Die Forschung am Lehrstuhl beschäftigt sich u.a. mit den Auswirkungen der Informationswirtschaft und elektronischer Plattformen auf die Wirtschaft, mit der Gestaltung und optimalen Regulierung von Markt- und Nichtmarktprozessen sowie der Untersuchung von Entscheidungen und strategischen Interaktionen.

Neben Lehre und Forschung engagiert sich der Lehrstuhl auch in Industrieprojekten, die sich typischerweise auf Innovationen an der Schnittstelle von Wirtschaft und Technik konzentrieren. In den letzten Jahren hat der Lehrstuhl nationale und internationale Industriepartner, vom Technologie-Startup bis hin zu Großunternehmen und Industrieverbänden, mit seinem Wissen unterstützt.

All processes that are stable we shall predict.
All processes that are unstable we shall control.

Prof. Pierfrancesco La Mura, Ph.D.
Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik des E-Business

Das Zitat wird John von Neumann zugeschrieben, einem großen Mathematiker, der die Grundlagen für so unterschiedliche Bereiche wie Informatik, Physik und Wirtschaft geschaffen hat. Ich persönlich finde das Zitat besonders inspirierend im Kontext des Managements, und als Professor ist es mir ein Anliegen, meinen Studenten die gleiche klare, zielorientierte Einstellung zum Geschäftsleben zu vermitteln.

Prof. Pierfrancesco La Mura, Ph.D.: Lebenslauf und Pressefoto

Prof. Dr. André Casajus: Lebenslauf und Pressefoto

Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Berlin, Frankfurt (Oder) und Leipzig sowie der Mathematik in Hagen war ich zwei Jahre als Lehrstuhlvertretung für Mathematische Wirtschaftstheorie am Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung (IMW) der Universität Bielefeld tätig. Im Jahr 2013 kam ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Senior Research Fellow an die HHL an den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik des E-Business. Von 2015 bis 2017 wurde ich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Forschungsprofessor an der HHL im Rahmen des Projekts „Solidarität und Leistungsbezug in der kooperativen Spieltheorie“ gefördert. Seit 2018 und bis 2020 arbeite ich, ebenfalls gefördert durch die DFG, an dem neuen Projekt „Kooperative Spiele, Replikatordynamiken und Stabilität“.

Mein Forschungsschwerpunkt liegt in der kooperativen Spieltheorie, die – cum grano salis – zwei Hauptthemen hat. Einerseits wird die effiziente und stabile Zuordnung von Kooperationspartnern analysiert. Und andererseits geht es um die gerechte und stabile Verteilung von Kooperationsgewinnen im weiteren Sinne. Ich forsche zum zweiten dieser Themen und untersuche Verteilungsregeln, ihre Eigenschaften und das Zusammenspiel beider. Dies hilft uns, die Menschen davon zu überzeugen, die eine oder andere Regel anzuwenden, und zu entscheiden, in welcher Situation welche der Regeln angewendet werden soll.

Die meisten meiner Beiträge sind sehr technisch mit scheinbar geringem Praxisbezug. Viele Wochen und sogar Monate lang denke ich manchmal über einen komplizierten Beweis für nur eine spieltheoretische Vermutung nach, bei der es überhaupt nicht klar ist, ob sie wahr ist oder nicht. Neben gesundem Vertrauen in meine Intuitionen habe ich oft das Gefühl, dass ein bestimmtes Ergebnis so schön ist, dass es wahr sein muss. Und schließlich sind auch Argumente, die ihre Wahrheit begründen, schön – Schönheit ist Wahrheit, Wahrheit Schönheit. Das ist es, was mich antreibt. Vielleicht das beste Beispiel für ein solches Ergebnis und dessen Beweis findet sich in meinem Aufsatz “Symmetry, mutual dependence, and the weighted Shapley values“ (Symmetrie, gegenseitige Abhängigkeit und die gewichteten Shapley-Werte), veröffentlicht im Journal of Economic Theory (178, 2018, 105-123).
Regelmäßig arbeite ich als Gutachter für Fachzeitschriften wie Econometrica, American Economic Review, European Journal of Operational Research, Games and Economic Behavior, International Journal of Game Theory, Journal of Economic Theory, Journal of Mathematical Economics, Journal of Mathematical Economics, Theoretical Economics und auch für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Jahr 2022 werde ich der lokale Organisator des jährlichen European Meeting on Game Theory sein, das dann von der HHL ausgerichtet wird und etwa 150 Forscher nicht nur aus Europa, sondern auch aus der ganzen Welt anzieht.

Lehre

Der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik des E-Business entwickelt und integriert in seine Lehre neue digitale Bildungslösungen für eine virtuelle Teilnahme am Unterricht. Dazu gehören das Live-Streaming aller Kurse und Seminare, die maßgeschneiderte Audio-Unterstützung von Fragen und Antworten sowie Virtual Reality. Darüber hinaus können die Videoaufnahmen während der Prüfungsvorbereitung neben anderen Kursmaterialien optimal zum Lernen genutzt werden. Ziel des Kursangebots ist es, fachübergreifendes Wissen zu vermitteln, das für die komplexen Herausforderungen der Manager und Unternehmer von morgen relevant ist.

Forschung

Die Wirtschaftstheorie beschäftigt sich mit rationalen Entscheidungen innerhalb und außerhalb von Märkten und bietet daher eine einheitliche Sprache und Methodik in vielen Bereichen der Betriebswirtschaft, vom Finanzwesen bis hin zu strategischen Organisationen. Die jüngste Entwicklung computergestützter Netzwerke schafft neue und spannende Möglichkeiten für die Gestaltung und Nutzung digitaler Technologien und Geschäftsprozesse, welche am Lehrstuhl aufgegriffen und in verschiedene Forschungsprojekte eingebunden werden.

Der Forschungsschwerpunkt liegt an der Schnittstelle zwischen Wirtschafts- und Informationswissenschaften, insbesondere auf den Grundlagen der Entscheidungs- und Spieltheorie, der Informationstheorie und der agentenbasierten künstlichen Intelligenz, der Gestaltung elektronischer Märkte, der Schätzung von Verbraucherpräferenzen, der Quanteninformation, der sozialen Wahl und der mathematischen Finanzierung.
Obwohl der Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls theoretisch ist, haben viele der Ergebnisse Auswirkungen auf verschiedene Geschäftsfelder, u.a. Marktdesign, Strategie, Business Intelligence, Verhandlungen, Finanzen, wirtschaftliche Netzwerke, Regulierung und Corporate Governance.

Marktgestaltung und -regulierung

  • Elektronische Märkte
  • Energiemärkte
  • Mechanism Design

Grundlagen der Spiel- und Entscheidungstheorie

  • Charakterisierungen
  • Lösungen
  • Algorithmen

Informationstheorie

  • Präferenzeinschätzungen
  • Quanteninformationen
  • Künstliche Intelligenz

Aktuelle Forschungsprojekte

Deutsche Bundesbank fördert Forschungsprojekt zu “harten” und “weichen” Quanteneffekten im Finanzhandel

Im August 2017 beschloss die Deutsche Bundesbank, die Forschung von Prof. La Mura an der HHL mit einem dreijährigen Forschungsstipendium in Höhe von EUR 50.000 pro Jahr zu unterstützen.

Als erstes Thema untersucht das Projekt die Auswirkungen des quantengestützten Handels auf die Stabilität der Finanzmärkte. Prof. La Mura beschreibt die Arbeit: “Weitverzweigte Quantennetzwerke nähern sich schnell der kommerziellen Verfügbarkeit, und damit werden neue Chancen und Risiken für Hochfrequenzhändler und andere Marktteilnehmer entstehen. In früheren Arbeiten haben wir eine Trader-zentrierte Perspektive eingenommen und gezeigt, wie sich die Verfügbarkeit von Quantenressourcen auf die Handelsleistung in verteilten Szenarien auswirken kann. Wir wollen nun in formalen Modellen die Marktfolgen des quantengestützten Handels verstehen, insbesondere hinsichtlich der Dynamik und Stabilität der Preise an verschiedenen Börsen”.
Das zweite Thema beschäftigt sich mit dem Auftreten und den Auswirkungen klassischer, aber quantenähnlicher Interferenzeffekte (z.B. Bedauern und Freude) bei Finanz- und Marktentscheidungen. Ziel ist es, einen kontextabhängigen Entscheidungsrahmen für rationale Entscheidungen zu entwickeln, der es ermöglicht, diese Effekte in Finanz- und Wirtschaftsmodellen zu erfassen.
Die oben genannte Forschung führte bisher zu einem US-Patent (A. Brandenburger und P. La Mura, “Quantum-Assisted Load Balancing in Communication-Constrained Wide-Area Physical Networks”. U.S. Patent Nr. 10,056,983, 21. August 2018.) und zwei neuen Publikationen:
A. Brandenburger, P. La Mura, G. Scarpa, “Quantum-Assisted Observatories in Space”. Proceedings of the 69th International Astronautical Congress, Bremen, Oct. 2018
P. La Mura, “Contextual Mechanism Design”. In Social Design: Essays in Memory of Leonid Hurwicz. W. Trockel (Ed.), Springer (forthcoming)

Die DFG verlängerte ihre Förderung für die Forschung an der HHL

Seit 2018 arbeitet Prof. Dr. André Casajus, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), an dem Projekt “Kooperative Spiele, Replikatordynamiken und Stabilität”. Die Forschung zielt darauf ab, Brücken zwischen kooperativer Spieltheorie und evolutionärer Spieltheorie zu schlagen. Vereinfacht gesagt beschäftigt sich die kooperative Spieltheorie mit der gerechten Verteilung von Kooperationsgewinnen. In der evolutionären Spieltheorie wird auf die Rationalitätsannahme für Akteure verzichtet und durch die Idee des “Überlebens des Stärkeren” aus der Evolutionsbiologie ersetzt.

Observatorium für parlamentarische Systeme

Das Observatorium für parlamentarische Systeme ist eine Online-Plattform, die mit dem Ziel entwickelt wurde, das Funktionieren parlamentarischer Systeme transparenter darzustellen.

Wir verfolgen Parlamentswahlen auf der ganzen Welt und prognostizieren Regierungskoalitionen und Machtverteilung auf der Grundlage aktueller Umfragedaten und öffentlichen Koalitionsaussagen der Parteien. Unsere Vorhersagen beruhen auf neuen spieltheoretischen Instrumenten der Politikanalyse.

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Publikationen

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