Prof. Dr. André Casajus

Beauty is truth, truth beauty.

(John Keats)

Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Berlin, Frankfurt (Oder) und Leipzig sowie der Mathematik in Hagen war ich zwei Jahre als Lehrstuhlvertretung für Mathematische Wirtschaftstheorie am Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung (IMW) der Universität Bielefeld tätig. Im Jahr 2013 kam ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Senior Research Fellow an die HHL an den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik des E-Business. Von 2015 bis 2017 wurde ich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Forschungsprofessor an der HHL im Rahmen des Projekts „Solidarität und Leistungsbezug in der kooperativen Spieltheorie“ gefördert. Seit 2018 und bis 2020 arbeite ich, ebenfalls gefördert durch die DFG, an dem neuen Projekt „Kooperative Spiele, Replikatordynamiken und Stabilität“.

Mein Forschungsschwerpunkt liegt in der kooperativen Spieltheorie, die – cum grano salis – zwei Hauptthemen hat. Einerseits wird die effiziente und stabile Zuordnung von Kooperationspartnern analysiert. Und andererseits geht es um die gerechte und stabile Verteilung von Kooperationsgewinnen im weiteren Sinne. Ich forsche zum zweiten dieser Themen und untersuche Verteilungsregeln, ihre Eigenschaften und das Zusammenspiel beider. Dies hilft uns, die Menschen davon zu überzeugen, die eine oder andere Regel anzuwenden, und zu entscheiden, in welcher Situation welche der Regeln angewendet werden soll.

Die meisten meiner Beiträge sind sehr technisch mit scheinbar geringem Praxisbezug. Viele Wochen und sogar Monate lang denke ich manchmal über einen komplizierten Beweis für nur eine spieltheoretische Vermutung nach, bei der es überhaupt nicht klar ist, ob sie wahr ist oder nicht. Neben gesundem Vertrauen in meine Intuitionen habe ich oft das Gefühl, dass ein bestimmtes Ergebnis so schön ist, dass es wahr sein muss. Und schließlich sind auch Argumente, die ihre Wahrheit begründen, schön – Schönheit ist Wahrheit, Wahrheit Schönheit. Das ist es, was mich antreibt. Vielleicht das beste Beispiel für ein solches Ergebnis und dessen Beweis findet sich in meinem Aufsatz “Symmetry, mutual dependence, and the weighted Shapley values“ (Symmetrie, gegenseitige Abhängigkeit und die gewichteten Shapley-Werte), veröffentlicht im Journal of Economic Theory (178, 2018, 105-123).
Regelmäßig arbeite ich als Gutachter für Fachzeitschriften wie Econometrica, American Economic Review, European Journal of Operational Research, Games and Economic Behavior, International Journal of Game Theory, Journal of Economic Theory, Journal of Mathematical Economics, Journal of Mathematical Economics, Theoretical Economics und auch für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Jahr 2022 werde ich der lokale Organisator des jährlichen European Meeting on Game Theory sein, das dann von der HHL ausgerichtet wird und etwa 150 Forscher nicht nur aus Europa, sondern auch aus der ganzen Welt anzieht.

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