Vom Pt M.Sc. zum Startup

Interview mit Tobias Rasche, CEO von YPTOKEY

Tobias Rasche ist Co-Founder und CEO des Unternehmens YPTOKEY, eine Lösung für dezentralen digitalen Zugang zu Gegenständen. Bis 2016 hat er an der HHL im Part-time M.Sc. am Kölner Campus studiert und dieses Jahr den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Im Interview spricht er über sein Startup, den Gründungsprozess und wie ihm sein Masterstudium und das Alumni-Netzwerk der HHL dabei geholfen haben.

Unsere Vision: One key for everything!

 

Wie entstand die Idee zu eurem Startup YPTOKEY?

Ich habe bereits während des Part-time M.Sc. beim Automobilzulieferer Hella gearbeitet und bin letztes Jahr in den internen Inkubator gewechselt, wo ich auch meinen Mitgründer Nikolay Manchovski kennengelernt habe. Hella selbst stellt Autoschlüssel und alles rund um das Passive Car Entry System her. Auch wenn das vielleicht schon sehr komfortabel ist, braucht man selbst für jedes Car2Go oder DriveNow immer noch einen anderen Schlüssel und muss sich immer wieder neu authentifizieren. Wir dachten uns, dass das auch einfacher gehen muss. Wir haben deshalb eine Softwarelösung für einen digitalen, dezentralen Zugang entwickelt, bei der alle Partner gleichberechtigt sind.

Das Ganze funktioniert, indem wir uns die Blockchain-Technologie zu Nutze machen. Die Informationen rund um die Gegenstände, die geöffnet werden sollen, dürften aus unserer Sicht nicht auf einer zentralen Plattform liegen. Alle Transaktionen rund um das Verschicken der Informationen sollen stattdessen transparent und unveränderbar sein, sodass der Nutzer seine Informationen immer lokal bei sich hat und diese nicht auf einer Datenbank liegen.

Mit der Technik sind wir auf die Idee gestoßen, dass die Nutzer mit ihrer eigenen Identität nicht nur für Autos, sondern auch für andere Dinge nutzen können, wie zum Beispiel zum Öffnen von Haustüren. Unsere Vision: One key for everything! So hat sich diese Idee immer weiterentwickelt. Wir haben zunächst einen kleinen Prototyp gebaut und sind dann auf Kunden im Automotive und Non-Automotive-Bereich zugegangen, um Feedback einzuholen. Das ist sehr positiv ausgefallen. Entsprechend wurde es langsam Zeit, sich vom Inkubator zu lösen. Mit der Anmeldung einer GmbH kam es somit zur Ausgründung von YPTOKEY im April dieses Jahres.

Wie kamst du zu der Entscheidung, einen Part-time M.Sc. zu machen?

Ich hatte zunächst ein duales Bachelor-Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg absolviert. Ein Masterstudium wollte ich unbedingt dranhängen, wobei es mich auch gereizt hat, zunächst Erfahrung am Arbeitsmarkt zu sammeln. Beide Optionen habe ich mir deshalb näher angeschaut. Bei Hella ergab sich die Möglichkeit eines relativ verantwortungsbewussten Jobs im Sales-Bereich. Ich entscheid mich deshalb für diese Alternative, jedoch mit dem klaren Vorsatz, noch meinen Master machen zu wollen, was ich so auch an meinen Chef kommuniziert habe.

Aber wie es dann so ist, verlässt man dann nach einem Jahr doch nicht den Job und ich bin auf einer „Master and More“-Messe in Köln auf den Part-time M.Sc. der HHL aufmerksam geworden. Es war relativ schnell klar, dass das Angebot der HHL ziemlich perfekt zu dem passt, was ich suche: Ich könnte meinen Job weiterführen und parallel den Master in Köln machen. Das war eine gute Entscheidung, ein gutes Programm und ich kann im Nachhinein sagen, dass ich sehr zufrieden war.

Wie sah es mit der Vereinbarkeit des Part-time M.Sc. mit deinem Job aus?

Grundsätzlich hatte ich auf Arbeitgeberseite mehr Urlaub während des Semesters; das war ein allgemeines Angebot von Hella an alle berufsbegleitenden Studierenden. Um die Vereinbarkeit habe ich mich ansonsten selbst gekümmert. Das habe ich gegenüber meinem Chef natürlich immer sehr transparent gehalten, wodurch hier und da auch entsprechend Rücksicht auf meinen Workload genommen werden konnte.

Was hat dir am HHL-Studium besonders gut gefallen?

Zum einen ist das die Kultur der HHL, die von den Studierenden aber auch von den Mitarbeitern ganz stark gelebt wird: auf der einen Seite sehr bodenständig, auf der anderen Seite sehr ambitioniert. Diese Mischung hat mir persönlich gut gefallen, weil ich mich mit diesen Werten gut identifizieren kann.

Zum anderen hatten wir einmal den Gründer von trivago, Rolf Schrömgens, bei uns in einer Vorlesung. Dass alles möglich ist und man das machen kann, was man möchte, war sein größtes Learning an der HHL, wie er uns erzählte. Im Nachhinein muss ich gestehen, hat mir das total die Augen dafür geöffnet, was es überhaupt für Möglichkeiten gibt, und mich bestärkt den Mut aufzubringen, einfach etwas zu machen.

Es ist tatsächlich nicht nur eine Floskel, dass Entrepreneurship und der Spirit rund ums Gründen … gelebt wird, und zwar in sämtlichen Vorlesungen an der HHL.

 

Inwieweit profitiert deine Arbeit als Gründer von deinem vorhergehenden M.Sc.-Studium an der HHL?

Bei einem General-Management-Studium bekommt man ja Einblicke in jeden Bereich des Unternehmertums und vor allem als Gründer eines Start-ups muss man ja alles selber machen, von der Buchhaltung bis zum Innovation Management. Es ist tatsächlich nicht nur eine Floskel, dass Entrepreneurship und der Spirit rund ums Gründen – selber etwas in die Hand nehmen und machen – gelebt wird, und zwar in sämtlichen Vorlesungen an der HHL. Das hilft einem vor allem in der persönlichen Weiterentwicklung, dass man Vertrauen in sich gewinnt und Dinge einfach ausprobieren sollte.

Inwieweit hat dir das HHL Alumni-Netzwerk während des/nach dem Studium weitergeholfen?

Während des Studiums war es vor allem spannend zu sehen, wer denn HHL-Alumni ist, was die heute so machen, das waren schon viele spannende Geschichten. Nach dem Studium war die Bereitschaft auf Alumni-Seite, mit HHL-Absolventen zu sprechen unglaublich hoch, wenn man sich einen Eindruck von potenziellen Arbeitgebern machen möchte.
Auch im Vorfeld meiner Gründung habe ich in Berlin sehr viele Alumni kennengelernt, die mich weiterempfohlen, Kontakte hergestellt und mir Tipps gegeben haben – das Netzwerk funktioniert sehr gut.

Master in Management berufsbegleitend in Leipzig, München oder Köln

#msc #parttime #berufsbegleitendstudieren #Unternehmertum #startup

Foto (c) HHL