Vom Ingenieur zum Manager

Studierende des berufsbegleitenden MBA-Programms der HHL tauschen sich über ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründe aus.

Andreas Abt ist seit drei Jahren Leiter der Entwicklung beim Elektrotechnik-Konzern TRUMPF Hüttinger. Der HHL-Alumnus war einer der ersten Studierenden im berufsbegleitenden MBA-Programm der HHL. Das Management-Studium hat seiner Karriere den entscheidenden Schub gebracht.

Am Stadtrand von Freiburg im Breisgau, zwischen Schwarzwald und Oberrheingraben gelegen, steht die moderne Firmenzentrale von TRUMPF Hüttinger. Die Tochtergesellschaft gehört seit 1990 zum weltweit tätigen Familienunternehmen TRUMPF, das auf eine 95-jährige Unternehmensgeschichte zurückblickt und ursprünglich als mechanische Werkstätte begonnen hatte. Heute ist die TRUMPF Gruppe mit knapp 12.000 Mitarbeitern Markt- und Technologieführer bei Werkzeugmaschinen und Lasern für die industrielle Fertigung und erwirtschaftete zuletzt mehr als 3,6 Mrd. Euro.
Bei TRUMPF Hüttinger verantwortet Andreas Abt seit drei Jahren die Produktentwicklung in den Geschäftsbereichen Plasma, Induktion, Wechselrichter für Batteriesysteme und CO2-Laseranregung. Elektronik und Produktentwicklung lag ihm schon immer. Der gelernte Stahlbauschlosser studierte nach seiner Berufsausbildung mit Abitur in der DDR an der TU Dresden und machte seinen Diplom-Ingenieur in Elektrotechnik.

Die Management-Komponente macht‘s

Nach seinem Studium startete Abt zunächst in der Produktentwicklung im Telecom-Bereich, bevor er in die Halbleiter-Industrie wechselte: „Mit der Zeit habe ich als Projektmanager und Abteilungsleiter mehr und mehr Verantwortung übernommen, besonders im Entwicklungsbereich, aber eben auch speziell nur im Entwicklungsbereich. Was da immer fehlte und was man sich ohne Weiterbildung nicht aneignen kann sind die Themen Strategie, Organisationsentwicklung und Finance.“ Abts Eindruck, dass sein bisheriger Berufsweg als Entwickler und Ingenieur irgendwo natürliche Grenzen hat, wenn man ab einem bestimmten Level noch weiter nach oben will, wurde ihm auch von außen bestätigt:

„In Gesprächen mit Headhuntern wurde mir zwar ein super Track Record bescheinigt, was die Zahl, die Internationalität und die Bandbreite an Projektdurchführungen betraf. Aber mir wurde immer wieder gesagt, was für höhere Führungspositionen fehlt sei die strategische, organisationsstrukturierende Komponente in meiner Tätigkeit. Das wurde mir als Manko im Lebenslauf ausgelegt.“

Bei einer Management-Fortbildung bekam Abt dann schließlich Lust auf mehr: „Das war eine Art Miniversion eines MBA zu den Themen Accounting, Unternehmensstrategie und Change Management. Das hat den Wunsch in mir geweckt, in die ganze Thematik tiefer einzusteigen. Bei meiner Suche stieß ich dann auf die HHL und das Part-time MBA-Programm.“ Viel Überzeugungsarbeit für die HHL brauchte es dann nicht mehr: „Das Interview mit Prof. Richard Mancke hat mich einfach begeistert, er war extrem sympathisch. Im Vorfeld hatte ich auch mit ein paar Studierenden gesprochen, das hat mich in meinem Vorhaben zusätzlich bestätigt. Sie haben mir genau von den Inhalten erzählt, die ich unbedingt lernen wollte: Ökonomische Zusammenhänge besser verstehen und in meinem Job anwenden können.“

Dass Abt zu dem Zeitpunkt beruflich in Dresden beheimatet war, hat eine Entscheidung für die HHL auch aufgrund der räumlichen Nähe leichter gemacht. 2004 ging es dann schließlich los, 2006 schloss der Alumnus sein Studium ab. Fun Fact: Abt ist der einzige Part-time MBA Class P1.5-Student, weil er damals nach einem Jahr in den ersten Jahrgang (P1) einstieg und mit dem zweiten Jahrgang (P2) abschloss.

Nach dem Part-time MBA in die Beratungswelt

Nach Abschluss des berufsbegleitenden MBA-Studiums 2006 ging es für Abt in die Beratungswelt: „Ich hatte nun eine gute Mischung aus den Erfahrungen in der Produktentwicklung und dem MBA und habe dann auch sehr schnell einen Job bei PRTM Management Consultants gefunden.“ Über sieben Jahre hinweg hat Abt unterschiedlichste Firmen beraten, nach einer Zwischenstation bei PWC zuletzt als Senior Expert bei McKinsey: „Ich habe dort sehr viele strategische und operative Projekte umgesetzt. Da hat mir das Wissen aus dem MBA sehr viel geholfen und mir einen Erfahrungsschatz gebracht, der mir heute im Beruf unwahrscheinlich viel hilft: Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge in den unterschiedlichen Funktionen eines Unternehmens zu erkennen, Controlling-Berichte lesen zu können, Abläufe in der Produktion zu verstehen, Einkaufs- und Supply-Chain-Projekte planen und durchführen zu können. Der MBA war eine Eintrittskarte, einen ganz breiten Erfahrungsschatz aufzubauen, der sich durch alle Unternehmensabläufe zieht und davon profitiere ich heute in meine Rolle sehr stark.“ 2015 schließlich kam dann ein Angebot von TRUMPF Hüttinger, das Abt „einfach nicht ausschlagen konnte.“ Ursprünglich war er aus der Industrie auf Wanderschaft gegangen, um mehr Erfahrung außerhalb von Produktentwicklung im General Management zu bekommen, um schließlich dem Managementlevel der Geschäftsführung in einem Industrieunternehmen anzugehören.

Schöne Erinnerungen an die Zeit in Leipzig

Denkt er an seine Zeit an der HHL zurück, schwelgt Abt gerne in Erinnerungen: „Augenöffnend waren für mich vor allem die grundlegenden Ökonomievorlesungen. Ich habe sogar alle Bücher und alle Unterlagen aufgehoben und natürlich den Zeitungsausschnitt mit der Anzeige zur Graduierung und eine Menge Erinnerungsfotos.“ Regelmäßigen Kontakt pflegt Abt daher nicht nur zu Petra Spanka, Verantwortliche für das Teilzeit-MBA-Programm, sondern auch zu einigen ehemaligen Kommilitonen aus den ersten beiden Part-time MBA-Jahrgängen.

Fragt man den HHL-Alumnus nach seinem Lieblings-Professor, fällt die Wahl eindeutig aus: „Die Professoren waren alle super, aber wenn ich einen herausgreifen müsste, dann Prof. Mancke, da habe ich persönlich und fachlich einfach am meisten mitgenommen.“ 2012 hat er den ehemaligen Professor sogar nochmal konsultiert, um mit ihm über seine berufliche Weiterentwicklung zu sprechen. Resultierend stellt Andreas Abt heute fest:

„Der MBA hat mir so viele neue Perspektiven eröffnet. In meiner Zeit bei McKinsey habe ich beispielsweise für die My Finance Coach Stiftung ökonomische Bildung in Schulen im Frankfurter Raum unterrichtet. Ich finde, das Wissen gehört in jedes Klassenzimmer. Ohne den MBA wäre ich nie zu dieser Erkenntnis und diesen Möglichkeiten gekommen.“

Informationen zum berufbegleitenden Teilzeit-MBA-Studium an der HHL

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