Eine Analyse deutscher ‘CEO-Letter’ auf Basis Künstlicher Intelligenz

Macht es für den Kapitalmarkt einen Unterschied, wie ein CEO kommuniziert? Dieser Frage ist der Lehrstuhl für Accounting & Auditing der HHL in einer gemeinsamen Studie mit Kirchhoff Consult und Precire Technologies nachgegangen. Für die Studie hat eine Künstliche Intelligenz die ‘CEO-Letter’ von DAX-Unternehmen analysiert. Die Studie zeigt auf,

  • wie diese Texte von der Künstlichen Intelligenz interpretiert werden,
  • dass sich Management und Governance eines Unternehmens in der Tonalität eines Vorstandsvorworts widerspiegeln,
  • und dass es einen Zusammenhang zwischen dem Vorstandsvorwort und den Analystenprognosen zum Ergebnis je Aktie gibt.

Prof. Dr. Henning Zülch, Lehrstuhlinhaber Accounting & Auditing, sieht in der Nutzung von KI Potenziale für die Kapitalmarktforschung:

„Die Digitalisierung verschiebt die Grenzen des Machbaren und des Messbaren – auch in den Bereichen Reporting und Investor Relations. Vorstände werden sich daran gewöhnen müssen, dass künftig nicht mehr nur der Analyst, sondern auch die KI ganz genau zuhört, was sie sagen – mit bisher nur schwer absehbaren Folgen. Der Einsatz künstlicher Intelligenz hilft uns aber auch, unser eigenes Kommunikationsverhalten besser zu verstehen. Wie sehr beeinflussen der Ton, das Charisma unseres Gegenübers unsere Interpretation scheinbar harter Fakten? Diese Frage wirft die aktuelle Studie in eindrucksvoller Weise auf.“

Vorwörter als ungenutztes Potenzial zur Unternehmenskommunikation

„Das Vorstandsvorwort bestimmt oftmals den ‚Ton‘ der CEO-Kommunikation rund um die Veröffentlichung des Geschäftsberichts und stellt vermutlich den am häufigsten gelesenen Teil des Berichts dar“, so Klaus Rainer Kirchhoff, Gründer und CEO der Kirchhoff Consult AG. „Besonders bemerkenswert ist für mich der in der Studie nachgewiesene Zusammenhang mit den Analystenprognosen der Unternehmen. Diese Erkenntnis belegt die große Bedeutung der Sprache in der Investor Relations-Arbeit und CEO-Kommunikation“, so Kirchhoff weiter.

„Unsere Sprache beinhaltet mehr Informationen als vermutet. Mithilfe unserer KI können wir psychologische Rückschlüsse auf kommunikative und persönliche Kompetenzen sowie die Wirkung der Sprache erschließen“, erklärt Martin Harasim, Chief-Business-Development-Officer von PRECIRE Technologies.

Aus Sicht von Investoren und Finanzanalysten liefert die Studie interessante Einblicke in die Sprache der CEO-Kommunikation, ihre Determinanten sowie ihren Einfluss auf die Streuung von Analystenforecasts.

Zum Download der Studie (pdf):

Wie CEOs schreiben—und was Analysten daraus machen

#CEO # Sprachanalyse #Kommunikation #KI