Erfolg in der Beratungsbranche

Horváth & Partner Berater Tobias Beuckes „Man hat einen Weitblick für viele Themen.“

HHL-Alumnus Tobias Beuckes verkörpert das Thema Beratung. Der ehemalige Part-time M.Sc.-Student begann seine Karriere bei EY (Ernst & Young) und entschied sich im Anschluss für ein berufsbegleitendes Masterprogramm am HHL Campus in Köln. Seit Oktober 2017 ist er als Managing Consultant beim Beratungsunternehmen Horváth & Partner aktiv und kümmert sich hier um das Thema Prozessautomatisierung und Digitalisierung. Im Interview spricht er darüber, was ihm an seinem Berufszweig gut gefällt, wie sich seine Karriere mit dem Studium vereinbaren ließ und was ihm an der HHL besonders zugesagt hat.

Warum hast du dich für eine Karriere in der Unternehmensberatung entschieden?

„Mich hat schon immer der Blick für das große Ganze viel mehr interessiert, als mich in einem bestimmten Bereich zu spezialisieren. Das hat sich schon im BWL-Studium gezeigt, was ja relativ breit gestrickt ist im Vergleich zu anderen Studienfächern. Nicht viel anders ist es bei einer Unternehmensberatung: Man hat ein gewisses Themenspektrum, aber so richtig legt man sich eben nicht auf einen bestimmten Konzern, einen spezifischen Themenbereich oder eine Position fest. Im Gegenteil, man hat sogar eine sehr hohe Flexibilität, was die eigene Karriereausgestaltung anbetrifft.
Mir war es außerdem schon während des Studiums besonders wichtig, viel zu reisen. Im Bachelor war ich in Brasilien und in New York und im Master auch noch eine Zeit lang in Barcelona. Das wollte ich auch ein Stück weit in meinem Job wiederfinden. Ich denke eine Unternehmensberatung ist da der Arbeitgeber, der einem die höchste Reise-Intensität bietet. Man kann so unglaublich viele Eindrücke sammeln und dadurch ein sehr breites Bild bekommen. Das ist aus meiner Sicht eine sehr gute Grundlage, um sich intern weiterzuentwickeln.“

Wie kamst du zu der Entscheidung, einen Part-time M.Sc. zu machen?

„Ich habe meinen Bachelor an der Uni Köln in VWL gemacht – mit BWL im Nebenfach. In meinem Auslandssemester in New York hatte ich erste Kontakte in die Beraterwelt und mich dazu entschieden, interimsmäßig zwischen Bachelor- und Masterstudium ein Praktikum in dem Bereich zu absolvieren. Das Praktikum hat von beiden Seiten so gut funktioniert, dass mein ehemaliger Arbeitgeber EY schließlich auf mich zugekommen ist und angeboten hat, ein Modell zu finden, in dem ich als Consultant arbeiten und parallel dazu ein berufsbegleitendes Masterstudium machen könnte.
Mir war es nach meinem Bachelorstudium schon wichtig, dass ich auch mein Masterstudium an einer renommierten Hochschule machen kann. Insofern ist da direkt eine Vielzahl von Part-time-Programmen aufgrund der fehlenden Reputation der Unis rausgefallen. Auf die HHL war ich damals schon bei der Suche nach einem Vollzeit-Master aufmerksam geworden, als das Praktikum in der Beratung noch als Zwischenschritt gedacht war. Beim Full-time M.Sc. an der HHL wäre nur das Problem gewesen, dass ich dafür nach Leipzig hätte ziehen müssen. Dadurch, dass ich aber in Köln relativ stark verwurzelt bin mit meiner Familie und meinen Freunden, wäre mir die Vorstellung schon schwergefallen, nach Leipzig zu gehen.“

„Für den berufsbegleitenden M.Sc. kam ich dann tatsächlich auf die HHL zurück, weil deren Part-time-Modell so charmant konzipiert war und es nun auch den Kölner Standort gab. So habe ich mich letzten Endes für die HHL entschieden.“

 

Wie ließ sich deinJob als Consultant mit dem Part-time M.Sc. zeitlich vereinbaren?

„Das ist vor allem Verhandlungssache und man braucht organisatorisches Geschick. Ich habe von Beginn an gegenüber meinem damaligen Arbeitgeber kommuniziert, dass ich im Rahmen des Studiums die Freitage für die Universität zur Verfügung haben müsse, was definitiv eine gute Entscheidung war. Auch beim Auslandssemester war man kulant, weil ich noch vor Vertragsunterschrift klar gemacht habe, dass mir das ein wichtiges Anliegen ist. Ich wollte unbedingt die Chance nutzen, im Rahmen des Studiums noch einmal für ein halbes Jahr im Ausland Erfahrungen zu sammeln. So gab es glücklicherweise die Flexibilität, durch ein Überstundenmodell auch den Großteil des Zeitraums im Masterstudium durch mein Arbeitszeitkonto auszugleichen.“

Was hat dir am HHL-Studium besonders gut gefallen?

„Was mir besonders gut gefallen hat ist der Spirit an der HHL im Allgemeinen. Man baut tiefgehende Verbindungen zu seinen Kommilitonen auf und dieser Zusammenhalt ist ein richtig, richtig starkes Asset der HHL. Meine Erwartungshaltung war diesbezüglich ehrlich gesagt nicht sehr hoch, weil man im Vergleich zum Full-time M.Sc. keine besonders lange Zeit zusammen hat, sondern sich nur monatlich sieht. Nichtsdestotrotz muss ich wirklich sagen, dass die HHL vor allem eine gute Selektion bei den Studierenden vorgenommen hat, sodass wir eine ziemlich homogene Gruppe waren und man jetzt noch regelmäßigen Kontakt zu dem einen oder der anderen hat.
Auch die Alumni-Chapter sind super, sodass man eine enge Verzahnung mit den Semestern über und unter einem hat. Das ermöglicht einem konstante Austauschmöglichkeiten in Hinblick auf die Karriere. Insofern fand ich, dass die Studierenden untereinander sehr nah zueinanderstanden, aber dasselbe gilt auch für den Kontakt zu den Professoren. Das wird auch im Vergleich zu anderen Universitäten deutlich, wo der Großteil der Vorlesungen nicht von den Professoren selbst, sondern von irgendwelchen Übungsleitern absolviert wird. Da fehlt der persönliche Kontakt total und das war an der HHL schon ganz anders.
An unserem letzten Uni-Wochenende beispielsweise hat sich Prof. Kirchgeorg nach dem Kurs abends nochmal die Zeit genommen, mit uns essen zu gehen und zum Abschied noch ein Video von uns allen zu machen, das war sehr familiär.“

Inwieweit profitiert deine Karriere vom Part-time M.Sc.?

„Ich finde, was bei der HHL ganz gut zum Tragen kommt, ist die Gesamtverbindung von unterschiedlichen Disziplinen, was einen besonderen Mehrwert für die Karriere darstellt. Insbesondere der Strategiekurs, den wir im Studium hatten, hat mir persönlich geholfen, mich nochmal mehr in Richtung Strategieberatung zu entwickeln.
Was ich auch sehr positiv fand, war die Art und Weise, wie Prüfungsleistungen abgenommen wurden, wenn ich das mit meinen Erfahrungen aus dem Bachelorstudium vergleiche. Da war es wirklich so, dass 200 Studenten gleichzeitig Multiple-Choice-Tests mit auswendig Gelerntem absolvieren mussten. Damit kann man niemanden im Vorstellungsgespräch überzeugen, wenn ich erzähle, dass ich weiß wie eine Lagrange-Funktion abgeleitet wird.

An der HHL hingegen lief das Meiste über einen Gruppenarbeits-Approach und wir mussten unterschiedlichste Problemstellungen wirklich auch auf verschiedenen Ebenen betrachten und analysieren. Das ist das, was ich mit der interdisziplinären Verbindung meine, dass man einen Weitblick für viele Themen entwickelt hat. So haben wir Unternehmen im Hinblick auf deren strategische Ausrichtung angeschaut, auf deren Finanzbuchhaltung, ob eine M&A-Transaktion sinnvoll erscheint oder ob das Problem in der Bilanz liegt. Und dann hatte man beispielsweise den Kurs bei Prof. Suchanek, mit dem wir ganz ähnliche Problemstellungen nochmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet haben, sprich auf einer ethischen Ebene.
Ich glaube das ist ganz gut, dass man das mal durchlaufen und das Thema mit einer Gruppenleistung erarbeitet hat, um weg vom Monoblick hin zu einem Blick für den Gesamtkontext zu kommen. Das hat mir unglaublich gut gefallen und kann ich nur empfehlen, wenn man sich generalistisch aufstellen möchte.“

Inwieweit hat dir das HHL Alumni-Netzwerk während des/nach dem Studium weitergeholfen?

„Als ich auf Jobsuche war, habe ich vor allem vom Kontaktnetzwerk profitiert, indem ich mir einen realen Blick auf potentielle Arbeitgeber geben lassen konnte. Wenn man Anfragen über das HHL-Netzwerk laufen lässt, ist das nie eine Frage, dass sich da die Zeit füreinander genommen wird, um offen und ehrlich über solche Themen zu reden. Ich war damals eine Zeit lang auch im Austausch mit Franziska Gerlow aus dem Career Service. In dem ein oder anderen Termin haben wir gemeinsam geschaut, wo ich mich hin entwickeln kann und sie hat mir auch eine Menge Kontakte zu unterschiedlichen Unternehmen und Beratungen, die mich interessiert haben, zur Verfügung gestellt.
Interessanterweise sind wir bei meinem jetzigen Arbeitgeber Horváth und Partner auch relativ gut vertreten, was die HHL-Quote betrifft. In Themengebieten, mit denen ich sehr eng zusammenarbeite, gibt es zwei Kollegen, die ehemalige HHL Full-time Studenten sind. Zwischenzeitlich haben wir deshalb schon ein Alumni-Netzwerktreffen bei uns im Düsseldorfer Büro von Horváth und Partner ausgerichtet, um ein Stück weit auch etwas an das Alumni-Netzwerk zurückzugeben.

Mehr erfahren über das berufsbegleitende Teilzeit  M.Sc. Programm an der HHL

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Photo by Dominik Wolf – Tobias Beucke in der Mitte des Geschehens…