Die Handelshochschule in Leipzig feierte ihre Gründung vor 120 Jahren und will sich zukünftig in Lehre und Forschung noch stärker der digitalen Transformation widmen.

Am Freitag, dem 2. November 2018, ging die Festwoche zum 120-jährigen Bestehen der HHL Leipzig Graduate School of Management zu Ende. Die Hochschule nutzte ihr Gründungsjubiläum, um Bilanz zu ziehen und ihre Ideen für die Zukunft vorzustellen.

„Seit 120 Jahren bilden wir hier in Leipzig erfolgreich den Management-Nachwuchs der Zukunft aus. Die HHL ist nicht nur die älteste deutsche Hochschule im Bereich der Betriebswirtschaftslehre, sie ist auch eine der innovativsten Business Schools“, betonte Prof. Dr. Stephan Stubner, Rektor der HHL, in seiner Begrüßungsrede zu Festakt und Kongress, an dem über 400 Gäste aus Politik und Wissenschaft teilnahmen.

Der Erfolg der Handelshochschule lässt sich in Zahlen bemessen. Allein in den letzten 20 Jahren sind aus der Hochschule heraus mehr als 280 Unternehmen gegründet worden, die zusammen mehr als 10.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Darunter sind vier außergewöhnlich erfolgreiche Startups aus der Kategorie der Unicorns, die am Markt mit mehr als eine Milliarde Dollar bewertet werden: Absolventen der HHL haben AboutYou, Auto1, Delivery Hero und trivago mitgegründet.

Management der digitalen Transformation

Bankier Friedrich von Metzler hielt eine ausgesprochene Laudatio auf „den Mut und die Entschlossenheit der HHL“ und ihre Ausbildung: „Die HHL fordert und fördert das Schauen über den Tellerrand. Denn das Vermitteln von Wissen reicht nicht… Sie machen die Studenten fit für eine Zukunft, von der wir heute nicht so genau wissen, wie sie aussehen wird.“ Fabian J.G. Westerheide beleuchtete in seinem visionären Impuls zur Jubiläumskonferenz das herausfordernde Verhältnis von Künstlicher Intelligenz zum Menschen. Veronika Bienert, CFO von Siemens Financial Services, bestätigte die rasante Entwicklung, die auch den traditionsreichen Konzern zu einer Startup-Strategie führte: „Mit der Digitalisierung werden die Produkte und Lösungen, die der Konzern anbietet, in Frage gestellt.“ Julian Deutz, Finanzvorstand von Axel Springer SE, bestätigte die Notwendigkeit der Veränderung und bezifferte den neuen Anteil des Digitalgeschäfts am aktuellen Umsatz des Springer Verlages mit “über 80%“.

Weitere Profilschärfung der Studienprogramme

Die HHL hat ihre Studienprogramme überarbeitet, und Prof. Stubner stellte die Profilschärfung erstmalig zum Jubiläum der Öffentlichkeit vor. So liegen die Schwerpunkte der praxisnahen General Management Ausbildung auf den beiden Säulen Unternehmertum und Führung – beide Dimensionen tragen wesentlich zur Bewältigung der digitalen Transformation bei. Außerdem werden die Studienprogramme um weitere Inhalte aus den Bereichen neuer Technologien und Programmierung ergänzt. Zusätzlich werden Weiterbildungsangebote für Berufstätige zukünftig die digitale Transformation in kleinen und großen Unternehmen sowie in der öffentlichen Verwaltung fördern.

Der neue M.Sc.

Die Handelshochschule gestern und heute

Mit der Gründung der Handelshochschule Leipzig 1898 wurde erstmalig in Deutschland Managementunterricht auf universitärer Ebene etabliert. Die Handelshochschule startete im Haus der ÖHLA (öffentliche Handelslehranstalt) in der Löhrstraße im Gebäude der heutigen Volkshochschule und ließ sich nach Umzug in die (Ratsfrei-)Schulstraße schließlich 1910 in der Ritterstraße 8/10 nieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie in die Universität Leipzig integriert als Fakultät für Wirtschaft und Sozialwissenschaft und 1953 in eine Ausbildungsstätte für den Binnenhandel umgewandelt, zehn Jahre später dann als staatliche Wirtschaftshochschule weitergeführt bis zum Ende der DDR. 1992 sicherten die IHK Leipzig zusammen mit der Gesellschaft der Freunde der HHL (GdF) die zukünftige Arbeit der Handelshochschule als private und gemeinnützige GmbH.

Die HHL Leipzig Graduate School of Management ist heute eine der führenden Business Schools und erneut Vorreiter: HHL war die erste Business School in Deutschland mit internationaler AACSB Akkreditierung, bot als erste deutsche Wirtschaftsuniversität englischsprachige Programme und den ersten berufsbegleitenden Teilzeit-MBA an und gründete die ersten deutschen Lehrstühle für Wirtschaftsethik und Unternehmertum. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie durch hervorragenden Service für ihre Studierenden. Das Studienangebot umfasst Voll- und Teilzeit-Master in Management- sowie MBA-Programmen, ein Promotionsstudium sowie Executive Education. Die HHL ist akkreditiert durch AACSB International. Der Master in Management der HHL zählt weltweit zu den besten Studienprogrammen, der HHL Karriere Service erreichte im globalen Financial Times M.Sc. Ranking 2018 sogar Platz 5.

Im Herbstsemester 2018 sind an der HHL 750 Studierende aus 65 Ländern eingeschrieben. Sie werden von mehr als 75 Wirtschaftsexperten unterrichtet und nehmen an insgesamt sechs verschiedenen Studienprogrammen teil. Zusätzlich bietet die HHL ein stetig wachsendes Weiterbildungsangebot für Unternehmen und Führungskräfte an.

Der aktuelle Rektor der HHL Leipzig Graduate School of Management, Prof. Dr. Stephan Stubner traf beim 120jährigen Gründungsjubiläum gleich fünf seiner Amtsvorgänger.
Sie sehen neben Stephan Stubner (re) auf dem Foto oben vlnr:
Prof. Dr. Heribert Meffert (1995–1997)
Prof. Dr. Gert Assmus (1997–2000)
Prof. Dr. Arnis Vilks (2000–2005 und interimsweise 2010–2011)
Prof. Dr. Hans Wiesmeth (2005–2010), heute Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Andreas Pinkwart (2011–2017), heute Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in NRW
Foto von Jens Schlüter (c) HHL

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