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21.07.01 16:28
Feierliche Graduierung des achten Jahrganges der HHL mit Dr. Michel Friedmann
Am Samstag, den 21. Juli 2001 fand die feierliche Graduierung des achten Studienjahrgangs an der HHL statt. Die Feierlichkeiten begannen traditionsgemäß mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Thomaskirche zu Leipzig.
Die mit Talar und Diplomhüten gekleideten 37 Absolventen der K8 erhielten Ihre Diplome unter Entgegennahme von Glückwünschen durch Dr. Michel Friedmann, u. a. Mitglied des Bundesfachausschusses Bildung, Forschung und Kultur der CDU und Stellvertretender Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland, der den Festvortrag zum Thema "Vielfalt und Freiheit - Standortvorteil Deutschland und Europa" hielt.
Unter Trompetenklängen waren die Absolventen um kurz nach 11 Uhr gemeinsam mit HHL-Rektor, Prof. Dr. Arnis Vilks, vor über dreihundertfünfzig Gästen - darunter Eltern, Geschwister und Freunde der Absolventen, aber auch zahlreiche Partner der HHL - in den Festsaal des Neuen Rathauses der Stadt Leipzig eingezogen.
In seiner Ansprache an die Absolventen betonte Vilks, dass das Ausbildungskonzept der HHL zwar eindeutig auf die Heranbildung von erstklassigem Management-Nachwuchs ziele, dabei aber auch höchster Wert auf die Schulung der Kommunikationsfähigkeit und der interkulturellen Sensibilität gelegt werde. Für die in Zukunft auf die Absolventen zukommenden Fragen werde es oft keine gesicherten Antworten geben, so dass bei vielen wichtigen ökonomischen Entscheidungen Herz und Verstand zusammenkämen.
Vilks zitierte Shakespeare mit den Worten: "There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy." Vilks wies auf die falsche Annahme hin, dass Experten bereits alles wissen und nichts mehr dazuzulernen brauchten. Er wünschte daher den Absolventen zum Abschluss, dass sie nicht zu Experten in diesem Sinne werden.
Zu Beginn seiner ausgesprochen lebhaften Ansprache ermahnte Friedmann Fragen zur Situation des jetzigen Deutschlands erst zu nehmen und diese zu diskutieren. Er stellte die Frage, was die Ziele, die Träume, die Hoffnungen der 80 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, seien und welche Vorstellung von Verantwortlichkeit, Solidarität und Freiheit diese Menschen hätten.
Der Standort und der Standortvorteil habe etwas mit Demokratie zu tun. Damit sei nicht der Standortvorteil für Investoren gemeint. Die gelebte Demokratie sei die Anstrengung von Millionen Menschen für maximale Freiheit bei der Wahrung von Mindeststandards für alle.
Zur Situation der ausländischen Bürger Deutschland sagte er, dass es 8 Mio. Ausländer in Deutschland gäbe. "Deutschland werde nur eine Zukunft haben, wenn es gelinge, zwischen den drei Säulen der Menschen - die Westdeutschen, die Ostdeutschen und die in Deutschland lebenden ausländischen Bürger - Kommunikationsbrücken zu schaffen. Das Wunder des Menschen sei die Vielfalt."
Jeder Mensch wolle die Welt verändern. Es müsse nicht immer die große Welt sein, es könne auch die ganz kleine, persönliche Welt sein. Der Satz, der Einzelne können nichts verändern, habe nie gestimmt und werde nie stimmen - auch in Zukunft nicht. Dieser Satz sei eine Entschuldigung für die eigene Feigheit.
Friedmann warnte vor der Gefahr des Verlustes von Verantwortungsgefühl: "Der Pluralismus sei die Verantwortung des Menschen". Persönlichkeit, Verantwortung und Entgegnung seien gefordert damit der Student eine Zukunft habe. Mit dem Tag der Graduierung beginne etwas Neues. Die Studenten würden nun an ihren Entscheidungen und ihrer Verantwortung gemessen.
Trotz des Abschlusses sollen die Absolventen sich nicht zurücklehnen. Vielmehr gehe es darum, immer wieder zu prüfen, ob das Gelernte noch Bestand habe. Das Privileg Entscheidungen zu treffen, solle von allen genutzt werden.
Im Anschluss an die Diplomübergabe erinnerte Sebastian Steusloff als Vertreter des Abschlussjahrgangs der K8, an die Anfangszeit des Studiums an der HHL.
Eine besondere Erfahrung im Studium sei die Erkenntnis darüber, dass vieles von den Menschen abhänge, mit denen man zusammenarbeite. Zu einer Teamarbeit gehöre das Eingehen auf, das Zuhören und das Überzeugen seiner Mitstreiter. Natürlich fehle in der Erinnerung nicht die eine oder andere fast durchgearbeitete Nacht. Gleichzeitig aber habe diese Zeit der engen Zusammenarbeit die Grundsteine vieler Freundschaften gelegt, die hoffentlich auch dann noch andauern, wenn sich die beruflichen Wege der Absolventen trennten.
Die höchste Anerkennung, die jemand von der HHL mitnehmen könne, sei die geäußerte Kommilitonenmeinung: "Mit Dir würde ich gerne wieder gemeinsam arbeiten." Der Dank der Absolventen ging in diesem Zusammenhang an die Professoren und die Mitarbeiter der HHL, die praxisnah und doch mit theoretischer Tiefe unterrichteten. Sie förderten insbesondere Mut zur eigenen Meinung zu entwickeln und diese dann auch zu vertreten.
Maziar Arsalan
Leiter Marketing/PR
Handelshochschule Leipzig gGmbH
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