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01.04.00 09:16
Leipzig will das Beste aus zwei Welten
Handelshochschule startet ein neues MBA-Programm
Spötter übersetzen den Titel MBA gerne mit „Mediocre, but arrogant (Mittelmäßig, aber arrogant). In Wahrheit steht MBA für „Master of Business Administration“, und die Witze über das bisweilen überschäumende Selbstbewusstsein der Inhaber dieses Hochschulab-schlusses können seiner Beliebtheit nichts anhaben. Im Wettbewerb um die renommiertesten MBA-Programme hatten bislang stets US-amerikanische Universitäten wie Harvard oder Stanford die Nase vorn.
In Leipzig will man den amerikanischen Business Schools jetzt Konkurrenz machen. Die dortige Handels-hochschule Leipzig (HHL), eine kleine und angesehene Privatuniversität mit lediglich 40 Studierenden pro Se-mester, will im Oktober ein eigenes MBA-Programm auflegen. Die HHL weicht dabei in mehreren Punkten vom amerikanischen Vorbild ab. So sind für den Leipzi-ger MBA keine Wirtschaftsvorkenntnisse erforderlich. Weder in Form eines Betriebswirtschaftsstudiums, noch durch einschlägige Berufserfahrungen. Formale Voraus-setzungen für einen Platz im 15-monatigen MBA-Programm sind lediglich ein abgeschlossenes Hoch-schulstudium gleich welcher Fachrichtung und sehr gute Kenntnisse der Unterrichtssprache Englisch. Allerdings gilt es auch in Leipzig eine Aufnahmeprüfung zu beste-hen. Für die 25 Plätze rechnet HHL-Rektor Gert Assmus mit 100 Bewerbern. Mindestens ein Drittel davon soll aus dem Ausland kommen, vor allem aus Europa und Aisen.
Lob für die deutsche Uni
Aber warum sollte es einen Hongkong-Chinesen nach seinem ersten Hochschulabschluss ausgerechnet nach Leipzig ziehen? „Die deutsche Hochschulausbildung ist weltweit angesehener als man hier zu Lande wahrhaben will“, sagt Assmus. In der theoretischen Fundierung des Studiums seien die deutschen Betriebswirtschafts-Fakultäten den amerikanischen klar überlegen. Dort übertreibe man es bisweilen mit der an sich lobenswer-ten Praxisnähe. Assmus weiß wovon er redet. Der 63-Jährige war über 20 Jahre Wirtschaftsprofessor am no-blem Dartmouth College in New Hampshire. Mit dem Leipziger MBA will Assmus „das Beste aus beiden Ausbildungskonzepten zusammenführen.“ Auch bei den Studiengebühren geht die HHL einen Mittelweg. Das MBA-Programm kostet etwa 24.000 Mark. Teuer für deutsche Verhältnisse, ein Schnäppchen im Vergleich zu Harvard & Co.