Sparkassen-Finanzgruppe-Lehrstuhl für Makroökonomie


Prof. Dr. Wilhelm Althammer


Überblick

Sparkassen-Finanzgruppe-Lehrstuhl für Makroökonomie

Förderer

Sparkassen-Finanzgruppe

Akademische Gruppe

Sustainability and Competitiveness

Lehrstuhlinhaber

Prof. Dr. Wilhelm Althammer

Teamassistentin

Birgit Simmank

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Erik Hille, Patrick Möbius

Forschungsschwerpunkte

Handel und Umwelt

Umweltpolitik und globale Umweltprobleme

Umweltpolitik, internationaler Handel und Wettbewerbsfähigkeit

Regionale Wettbewerbsfähigkeit

Makroökonomik und Finanzmärkte

Lehrveranstaltungen (Auswahl)

Competitiveness

Environmental Economics

International Trade

Macroeconomics

Multivariate Statistics

Time Series Analysis

Netzwerk

Microeconomics of Competitiveness Network of Michael Porter’s Institute for Strategy and Competitiveness at Harvard Business School
Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK)
Centre for European Economic Research (ZEW) Mannheim
Bielefeld University 
Verein für Socialpolitik, Environmental and Resource Economics Committee

Profil

Am Sparkassen-Finanzgruppe-Lehrstuhl für Makroökonomie erlangen Studenten ein umfassendes Verständnis für Prinzipien, Methoden und Modelle der Makroökonomie, der internationalen Finanzwirtschaft und Wirtschaftspolitik.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben Globalisierung und zunehmende Liberalisierung zu enormen Möglichkeiten, aber auch Gefahren für kleine, nationale und internationale Unternehmen geführt. Es ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung in der Zukunft fortsetzen wird. Allerdings können viele der Wirtschaftsmodelle auch unter ständigen Veränderungen, wie beispielsweise dem steigenden internationalen Wettbewerb und der Veränderung der Informationstechnologien, angewandt werden. Daher werden den Studenten am Lehrstuhl für Makroökonomie die Grundlagen zur Analyse von derzeitigen und zukünftigen Wirtschaftsbedingungen vermittelt.

Des Weiteren unterstützt der Lehrstuhl das Engagement der HHL Leipzig im Bereich des nachhaltigen und verantwortungsvollen Wirtschaftens, indem im Thema der ökologischen und regionalen Wettbewerbsfähigkeit geforscht und gelehrt wird. Alle Unternehmen, auch die kleinsten unter ihnen, sollten das Geschäftsumfeld nicht als gegeben betrachten, sondern sich der Möglichkeit bewusst sein, dieses durch ihre Aktivitäten zu beeinflussen und zu verändern. Die Vorlesungen des Lehrstuhls ermöglichen es den Studenten, ein umfassendes Bild zu erkennen, wenn sie Entscheidungen von strategischer Bedeutung treffen.

Prof. Dr. W. Althammer

“The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong are more powerful than is commonly understood. Indeed, the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influences, are usually slaves of some defunct economist.” (John Maynard Keynes)

Ich kam nach Stationen an der Universität Regensburg und an der Europa Universität Viadrina an die HHL und habe hier seit 1996 den Sparkassen-Finanzgruppe Lehrstuhl für Makroökonomie inne. An der HHL unterrichte ich Kurse in Makroökonomie, Wettbewerbsfähigkeit, Internationaler Handel, Umweltpolitik und Forschungsmethoden. In der Lehre verfolge ich das Ziel, rigorose ökonomische Argumentation, die notwendigerweise modellbasiert ist, mit aktuellen Fragestellungen zu verknüpfen.

Lehre

Der Lehrstuhl für Makroökonomie bietet eine Vielzahl von Kursen zu den Themenschwerpunkten Makroökonomie, Wettbewerbsfähigkeit, Internationaler Handel und Quantitative Methoden an. Dabei können die Studenten zwischen Einführungskursen, Absolventenkursen und Vertiefungskursen wählen.

Lehrveranstaltungen

  • Competitiveness
  • Environmental Economics
  • International Trade
  • Introduction to Econometrics
  • Macroeconomics
  • Managerial Economics
  • Multivariate Statistics
  • Panel Data Analysis
  • Research Methods
  • Time Series Analysis

Forschung

Die Forschungsgebiete am Sparkassen-Finanzgruppe-Lehrstuhl für Makroökonomie sind Umweltökonomie, regionale Wirtschaft und Makroökonomie. Des Weiteren kann die Wettbewerbsfähigkeit, welche für alle Forschungsgebiete eine wichtige Rolle spielt, als ein übergeordnetes Thema betrachtet werden.

Im Bereich Umweltökonomik liegt der Schwerpunkt auf der Analyse der internationalen Umweltpolitik. Dabei wird auf der einen Seite wird die Beziehung zwischen Wirtschaftspolitik und Umweltpolitik sowie der Einfluss der Umweltpolitik auf Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit betrachtet. Auf der anderen Seite werden globale Umweltprobleme und deren Lösungsmöglichkeiten erforscht.

Im Bereich der regionalen Wirtschaft wird der Einfluss von Clustern auf regionale Entwicklungen und Wettbewerbsfähigkeit betrachtet. Außerdem wird der Einfluss auf die gemeinsame Verantwortung von Regierungen und Firmen in Bezug auf die Schaffung von nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Strukturen untersucht. Der Forschungsschwerpunkt im Bereich Makroökonomie liegt auf der Analyse von Finanzmärkten und deren Bedeutung für makroökonomische Entwicklungen.

Des Weiteren werden langfristige Faktoren erforscht, die Wechselkurse und preisliche Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen.

CliPoN – Klimapolitik und der Wachstumspfad der Nationen (Forschungsprojekt)

Manche Politiker befürchten, dass eine strenge Klimapolitik schädlich für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie ist und nicht zwangsläufig zur Minderung der globalen Treibhausgase führt, da sie energieintensiven Sektoren einen Anreiz gibt ins Ausland abzuwandern.

Aus diesem Grund entwickelt der Lehrstuhl für Makroökonomie eine international vergleichbare, sektorspezifische Messgröße für die Strenge von Klimapolitik, um im zweiten Schritt zu testen ob bestimmte Sektoren anfällig für dieses so genannte Carbon Leakage sind.Die Analyse beinhaltet sowohl Industriestaaten als auch Schwellen- und Entwicklungsländer und soll die Entscheidungsfindung der Politik unterstützen.

Die Arbeit des Lehrstuhls ist Teil des institutsübergreifenden Forschungsprojektes CliPoN, welches durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Zusammen mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim und der Universität Bielefeld wird der Zusammenhang zwischen Klimapolitik und Wirtschaftswachstum quantitativ und qualitativ untersucht.

Dabei möchte das Forschungsprojekt zu einem besseren Verständnis der eng verzahnten Mechanismen von Klimapolitik, Außenhandel, endogenem technischen Fortschritt sowie wirtschaftlicher Entwicklung beitragen. Ein weiteres Ziel besteht darin, die ökonomische und auf die Erreichung von Umweltzielen bezogene Effizienz verschiedener Maßnahmen, wie etwa Klimapolitik, Außenhandelspolitik und Technologiepolitik in verschiedenen Wachstumsszenarien zu untersuchen. 

Beispiel für eine Masterarbeit: Beurteilung der Rolle chinesischer Investitionen für die Entwicklung von Subsahara-Afrika

Chinesische Investitionen in Subsahara-Länder werden unterschiedlich eingeschätzt. Einige sehen das Problem, dass China versucht den Zugang zu Ressourcen für seine steigende Nachfrage zu sichern – verbunden mit negativen Folgen in der nahen Zukunft für die afrikanischen Länder und die Weltmarktpreise. Andere sehen eine Chance für die unterentwickelten Länder gegenüber den Industriestaaten aufzuholen. Die Masterarbeit fokussierte sich auf die Perspektive der Subsahara-Länder: Sie analysierte die Auswirkungen der chinesischen Aktivitäten auf die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung. Dabei verwendete die Masterarbeit eine einzigartige Datenbank der Heritage Foundation, einem konservativen U.S.-amerikanischen Forschungsinstitut, über chinesische Direktinvestitionen sowie Maschinen- und Anlagenbauverträge.

Zwischen drei Gruppen von Ländern wurde unterschieden: Länder, die ausländische Direktinvestitionen nur im Rohstoffsektor erhielten und Verträge für Infrastrukturinvestitionen unterschrieben; Länder, die Investitionen in verschiedenen Sektoren erhielten; und Länder ohne chinesische Aktivitäten. Die Stichprobengröße war groß genug für eine statistische Analyse. Obwohl die Zeitreihe relativ kurz ist, waren die Ergebnisse überraschend: Die Länder mit einem Engagement chinesischer Unternehmen wuchsen schneller und erfuhren eine raschere Entwicklung der verarbeitenden Industrie.

Des Weiteren wuchsen die Länder vergleichsweise schneller, in denen chinesische Unternehmen sich an Infrastrukturmaßnahmen beteiligten. Bezogen auf die soziale und ökologische Entwicklung, die durch mehrere Indizes gemessen wurde, hinkten die Länder mit Aktivitäten chinesischer Firmen jedoch zurück.

20 Jahre Bürgschaftsbank Sachsen

Bürgschaftsbanken haben eine große Bedeutung für die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Sie wurden gegründet, um für Schulden und Investitionen zu bürgen. Dabei verfolgen sie das Ziel, das Problem der unzureichenden Kreditbesicherungsmöglichkeiten von Unternehmen zu beseitigen. Dadurch unterstützen sie Investitionen und Firmenwachstum.

Anlässlich des 20. Geburtstages der Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) haben Prof. Dr. Wilhelm Althammer, Dr. Oliver Hoßfeld und Georg Siegert einen Bericht vorgelegt. Darin werden die Aktivitäten der Bürgschaftsbank Sachsen dargestellt und in einen nationalen Kontext gesetzt. Außerdem haben die Autoren den Einfluss der Bürgschaftsbank Sachsen auf die sächsische Wirtschaft beurteilt und zukünftige Herausforderungen für die Bank herausgearbeitet.

Seit ihrer Gründung hat die Bürgschaftsbank Sachsen mehr als 11.000 Garantien übernommen. Davon waren die meisten für Unternehmen, die im handwerklichen und verarbeitenden Bereich tätig sind. Die ausgewerteten Daten haben gezeigt, dass ungefähr ein Drittel der unterstützten Firmen sogenannte „Start-ups“ waren. Im nationalen Vergleich gehört die BBS zu den besten Banken in Bezug auf das stattgegebene Volumen. Befragungen unter verschiedenen Unternehmen haben verdeutlicht, dass mit Hilfe der Bürgschaften Start-ups unterstützt, Unternehmenstransfers erleichtert und die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Innovationskraft der einzelnen Firmen gestärkt werden konnten.

Gemäß den Berechnungen der Autoren hat die BBS zwischen 2006 und 2010 durchschnittlich 60 Millionen Euro pro Jahr gewährt und dadurch Investitionen von mehr als 130 Millionen Euro pro Jahr ermöglicht. Infolgedessen ist das sächsische Bruttoinlandsprodukt jährlich um fast 200 Millionen Euro gestiegen und es konnten 800 neue Arbeitsplätze pro Jahr geschaffen werden. „Für die Zukunft muss die Stärkung der sächsischen Wirtschaft und die Erhöhung der Zahl der Start-ups, welche im Vergleich zu den alten Bundesländern immer noch relativ niedrig ist, das Ziel der BBS sein,“ erklärt Prof. Dr. Althammer. Aufgrund des demographischen Wandels wird das Thema des Unternehmenstransfers immer weiter in den Vordergrund rücken.

Deshalb fassen die Autoren zusammen: „Die BBS spielt eine wichtige Rolle in beiden Gebieten und hat die Möglichkeiten, noch mehr in der Zukunft zu tun. Durch die baldige Einstellung der Investitionssubventionen und die Einschränkung anderer Finanzierungsmöglichkeiten steigt die Bedeutung von Investitionsbürgschaften in der Zukunft.“

Für den Download der Publikation siehe Link im Linkbereich unten.

Team

Prof. Dr. Wilhelm Althammer
Lehrstuhlinhaber | Akademischer Leiter Doktorandenprogramm
T +49 341 9851-851
F +49 341 9851-853
wilhelm.althammer(at)hhl.de
Birgit Simmank
Teamassistentin
T +49 341 9851-852
F +49 341 9851-853
birgit.simmank(at)hhl.de
Erik Hille
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
T +49 341 9851-854
F +49 341 9851-853
erik.hille(at)hhl.de
Patrick Möbius, M.Sc.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
T +49 341 9851-855
F +49 341 9851-764
patrick.moebius(at)hhl.de
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